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modernen Sprachen) die Quantität mehr oder weniger verwischt. So gingnach und nach das Gefühl für die altklassische Quantität verloren.
2. Die griechische Sprache, in der jede Silbe den Version erhalten kann,hebt die betonte Silbe durch ein steigendes Intervall der Stimme, also durchein musikalisches Mittel hervor; die deutsche durch eine stärkere Betonung.Die griechisch-römischen Verse zeigen beide Rücksichtnahmen auf Quantität undBetonung; die deutsche Metrik aber hat durch den Aufwand an Kraftanstrengungbei der betonten Silbe die schwächer betonten hinsichtlich der Quantität alteriertund die Tonhebung oder Tonsenkung zum Kriterium des Verses erhoben, sodaß nach und nach die Naturlängen nicht alle völlig mehr gefühlt wurden, —die Positionslängen, die überhaupt kaum beachtet wurden, so gut wie gar nicht.
(Eingehenderes lieht diesem Werke zu fern. Der strebsame Lernendefindet es: für das Griechische bei Göttling und Curtius; für das Lateinischein Corssens preisgekröntem Werke: Über Aussprache, Vokalismus und Be-tonung der lat. Sprache. 2. Aufl. Lpz. 1868; für das Vulgärlatein inSchuchardts Werk; für's Allgemeine in F. Bopps Accentuationssystem desSanskrit und Griechischen; für Einzelnes in Grammatiken fz. B. Kühner).Übrigens ist gegenwärtig unter den Forschern Europas und Amerikas eineallgemeine Untersuchung über Hierherbezügliches im Gang, worüber die neuestenJahrgänge der Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung rc. Zeugnis ablegen.)
3. So wurde denn die deutsche Sprache im Gegensatze zur quantitieren-den lateinischen und griechischen Sprache eine accentuierende, die man höchstensinsofern eine quantitierend-accentuierende nennen könnte, als sich die Quantitätlediglich an die Bedeutsamkeit der Silben knüpft.
Z 67. Das accentuierende Princip war geschichtlich Lasursprüngliche.
Mit dem Accent war ursprünglich die sog. Silbenquantität ver-bunden, sofern nämlich die Silbe, auf welche der Nachdruck kam, vonjeher als etwas länger, weil schwerer empfunden wurde.
In einzelnen Fällen ließe sich auch im Griechischen mit dem Accent die
Quantität wahren, z. B. ist gleichsam - Großvater
(Großvater), dessen drei Silben korts, ms^o korts, piano gesprochen werden,hat fast die gleiche Quantität. Noch besser wäre diese Verbundenheit bei jedemaus einem Wortfuß bestehenden Trochäus oder Daktylus nachweisbar (z. B.
im Deutschen bei Wörtern wie: Tugend, lieblicher, wo Accent und Quantitätzusammenfallen, weil der Accent die Silbe verlängert).
Nach Quintilian soll bei den antiken Sprachen „das Maß des Gehörs",der natürliche Gang der Betonung das Entscheidende in der Silbenmessunggewesen sein, bis sich nach und nach die Kunst und die Wissenschaft der