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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Dircm beilegn Korubu8;

Das Kornhaus, das hochheilig ist,

tban rvir ui küren kurckir u^,O zögen nimmer wir daraus.

mit mneu unsiii kastoO möchten wir des Aufenthalts

krevou tbero rssto;

Mit Seinen lange uns erfreun;

lob vir tbsr mrmüin untar inErfreuen uns, daß wir vor Gott

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Mit ihnen endlich fröhlich sind,

ton evon nnü in svonMit allen Seelen, die gerecht,

mit tiien beilsAan sslon.

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nach und nach gewöhnte sich das Ohr so sehr, den Accent auf daslogisch Bedeutende (d. h. auf die Stammsilbe) zu legen, daß die Rücksicht aufdie Quantität schwand.

2. Durch den Schlußreim Otfrieds erhielt der Accent besonderePflege und zeigte sich sodann in der Folge allbestimmend.

Jakob Grimm sagt, daß die deutsche Sprache die feineren Dichtungs-weisen, die in Allitteration und quantitierender Messung bestanden (und diesie in alten Zeiten besessen (?)) durch das Aufkommen des Reims auf-gegeben habe; und Lachmann weist nach, daß von nun an in der alt-hochdeutschen Verskunst der Accent seine Herrschaft entfaltethabe. Der Accent deckte die Quantität. Diese gipfelte jetzt nurnoch in dem Satze: Wenn zwischen zwei Hebungen eine ein- oder zwei silbigeSenkung fällt ^ - oder - ^ ^ -), so ist jederzeit die Hebungssilbe lang,weil betont, welches Gesetz wir im Z 80 als für unsere neuhochdeutsche Spracheausschließlich anwendbar nachweisen werden.

Der erste, welcher seine Schüler zur Bezeichnung des Tones deutscherWörter anhielt, war Hrabanus Maurus, der Lehrer Otfrieds. Er istalso gewissermaßen der Begründer und Vater der deutschen accentuierendenProsodik, die bis heute noch nicht in feste Regeln gebracht wurde. Wenn auchschon das Glossarium des h. Gallus (wahrscheinlich aus dem 7. Jahrh.)z. B. die langen Vokale meist durch Verdoppelung bezeichnet und Circumflexeoder Akute zur Bezeichnung der Längen, der Diphthonge rc. schon vor Hrabanussehr vereinzelt vorkommen, so finden wir doch die Betonungsbezeichnungerst bei Hrabanus' Schüler Otfried angewandt, sodann häufig in Hand-schriften des ö. Jahrh, und der Folgezeit.

Lachmann (in Abhandl. d. k. Akad. d. Wiss. z. Berl. a. d. Jahre 1832.Berl. 1634. Bd. II. S. 235 ff.) sagt, Otfried sei der einzige, der keinBedenken zeige, die Länge der Vokale anzudeuten. Wenn man seine 2 oder

gar 3 Accente über io in und wenigen ähnlichen abrechnet, so haben bei ihmnur die höchst betonten Wörter jedes Satzes den Accent, in einer Langzeile inder Regel 4 (oft weniger und nur ausnahmsweise einmal mehr), natürlichjedesmal auf der höchsten Silbe (eine große Hilfe für den Vertrag!). DieAccente bezeichnen bei Otfried das Versmaß insofern, als sie in jeder Reimzeilein der Regel zwei starke Betonungen vor zwei schwächeren hervorheben (a _ a._).