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welche korrespondierend mit der einleitenden Scene eine Erklärung der ReiseHamlets darstellt.
Dritte Stufe: Begräbnis der Ophelia. Die episodische Einleitungsscene:Hamlet und die Totengräber; die Hauptscene, kurz gehalten: scheinbare Ver-söbnung des Hamlet mit Laertes.
7. Katastrophe. Einleitende Scene: Hamlet und Horatio, Haß gegenden König; als Übergang zum Folgenden: die Meldung Osricks. Dann Haupt-scene: die Entscheidung. Darauf Schluß: Ankunft des Fortinbras.
Auch die zweite Stufe der sinkenden Handlung hat keine regelmäßigeBildung, die episodische Einleitung füllt den größten Teil; die Arbeit desdramatischen Ausgangs ist von altertümlicher Kürze und Strenge. —
Es giebt kein besseres Mittel, in die Technik des Drama einzudringen,als gute Dramen nach Maßgabe des vorstehenden Schemas zu schematisieren.
ß 36. Auftritt, Scene und Scenenwechsel, in der drama-tischen Dichtung.
1. Jedes Erscheinen einer neuen Person auf der Bühne wird alsneuer „Auftritt" bezeichnet, ebenso das Abtreten einer oder mehrererPersonen von der Bühne. Es giebt sehr verschiedenartige Scenen. DieVeränderung der Bühne wird als Veränderung der Scene bezeichnet.
2. Der Scenenwechsel auf der Bühne muß möglichst rasch erfolgen.
3. Die Scenen haben je nach ihrem Charakter verschiedene Be-stimmung und Wirkung.
1. Das Wort Scene bedeutet ebenso den offenen Bühnenraum, alsdasjenige Bruchstück dxr Handlung, welches die gleiche Dekoration hat. Fürden Dichter ist Scene die Verbindung mehrerer dramatischen Momente, welchedie gleichen Hauptpersonen haben. Die Scene kann einen ganzen Akt odereinen Teil desselben umschließen.
Es giebt Monologscenen, Dialogscenen, Botenscenen,Liebesscenen, Ensemblescenen, Massen scenen rc. Der Scenen-wechsel wird aus der Bühne meist durch den Niedergang eines Zwischenvor-hangs angezeigt. Bei den gedruckten Dramen wird der Scenenwechsel durchdas Wort „Verwandlung" angezeigt. Die Scene des dramatischen Dichtersund des Regisseurs fallen nicht immer zusammen, da ja bei dem Abgang selbstdes Helden nicht immer die Dekoration zu wechseln braucht.
Um ein Beispiel anzugeben, so bietet der 4. Akt von Maria Stuart in12 Auftritten zwei kleinere und 1 größere dramatische Scene, und durch einenKoulissenwechsel wird der Akt in zwei Bühnenscenen geschieden. Die Ver-weisung des Grasen Aubespines und der Streit Leicesters mit Burleigh bildenin drei Austritten die erste Scene; der Monolog Leicesters, seine Besprechungmit Mortimer, Mortimers Tod im 4. Auftritt bilden die 2. Scene. Hiertritt die zweite Bühnenscene ein, indem das Zimmer der Königin hergerichtet