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Henr. v. Paalzow; L. Parisius; Perl; G. Pfarrius; Karoline Pichler; Piening;Polko; H. Presber; H. Pröhl; R. Prutz; G. zu Putlitz; W. Raabe; Raimund;Joh. Rank; G. Ran; Math. Raum; Reichenau; Reinow; Reinwald; Rellstab;Reuter; M. Ring; Riotte; I. Rodenberg; O. Roquette; L. Rosen; Rosenthal-Bonin; Rothenburg; O. Ruppius; Rutenberg; F. v. Saar; L. Salomon; Salz-brunn; G. Sand; I. Satori; T. M. Sauer; V. v. Scheffel; Th. Scheibe;M. v. Schlägel: Schlencker; Schlieben; A. Schlönbach; A. Schmidt; Adele undJohanna Schopenhauer; Amalie Schoppe; A. Schreiber; Schütze; Schwach;Schwarz; I. Gräfin Schwerin; Seidel; Senoa; Solitaire; F. Spielhagen;Stahl; Stein; A. v. Sternberg; L. Steub; Ad. Stifter; F. Stolle; Stoltze;
L. Storch; Th. Storm; V. v. Strauß; Streckfuß; Stuhlmann; Fanny Tarnow;
M. Tenger; Telmann; Tharau; v. d. Traun; v. Tschabuschnigg; v. Üchtritz;Vacano; Wachenhusen; v. Wachsmann; Waiblinger; M. Waldau; Wald-müller; E. v. Waldow; F. I. v. Wangenheim; Feod. v. Mehl; OttilieWildermuth; Willkomm; Amalie Winter; Wittmann; Wolf; Caroline v. Wol-zogen; Ziegler; Ziemssen u. a.
Zu den populärsten, bedeutendsten Vertretern künstlerisch vollendeter No-vellen der Gegenwart zählen Paul Heyse und Gottfr. Keller. Heyse,der mit Novellen in Versen begann (Die Brüder; Die Braut von Cypern;Urica) und von dem einige Novellen in der leichten graziösen Sphäre des feinsinnlichen Abenteuers sich bewegen, hat doch — wie kaum ein anderer —wahre Kabinetsstücke von psychologischer Tiefe, von fesselnder Anmut und ge-winnendem Humor geschrieben (z. B. Die Blinden, LÄrrabbiata, Marion rc.).Und Keller, der gottbegnadete Erzähler, durchläuft in seinen Züricher Novellen,den Leuten von Seldwyla rc. (wie ja auch in seinem jüngst erschienenenNovellencyklus: Das Sinngedicht) die ganze Skala vom graziös Lächelnden biszum kräftig Komischen, ohne je den Boden einer gesunden Wirklichkeit zu ver-lassen. In letzter Zeit haben auch die Novellen Konr. Ferd. Meyers (z. B.Der Heilige) berechtigtes Aufsehen erregt.
Unter den Frauen haben sich einen hervorragenden Platz erobert: Wil-helmine v. Hillern durch die gesunde Idee ihrer Novellen; Fanny Lewalddurch ihren Universalismus, wie durch reflektierende Verständigkeit und Freimut;Marie von Ebner-Eschenbach durch ihre volkstümliche Erzählungsweise; GräfinBallestrem durch ihre glänzende, espritreiche Diktion; Gräfin Keyserling; LuiseOtto; Emma Laddey; die geistreiche Wiener Schriftstellerin Antonie Weinzierldurch psychologische Schärfe und bestrickende Anmut eines edlen, dramatischbelebten Stils u. a.
Indem wir noch auf die Namen der von uns I ß 18 sowie II Z 126—145unter den Romanschriftstellern bereits genannten Novellisten verweisen, führen wirnoch jene periodisch erscheinenden Schriften an, in welchen beachtenswerte Novellenjener Schriftsteller sich finden, die hier nicht genannt werden konnten, oder diemeist nur für Journale und Feuilletons größerer Zeitungen geschrieben haben.Es sind: Belletristische Hausbibliothek; Neues belletristisches Lesecabinet; Kriminal-geschichten, herausgeg. von Votiert; Leipziger Lesecabinet; Hamburger Novellen-
Beyer, Deutsche Poetik. II.