letzte Nacht des allmächtigen Helden ist gekommen. Noch einmal verkehrt Wallen-stein mit den Seinigen. Er fühlt Theklas Schmerz; doch hält er sie starkgenug, um die Todesnachricht aus des Boten Munde zu vernehmen; sie —vor kurzem noch im Glück — und jetzt im Übermaß des Schmerzes!
Sie ermannt sich. Die Sehnsucht nach dem Geliebten läßt den Entschlußin ihr reifen, noch in der Nacht nach dem Kloster zu eilen, wo sein Leichnamliege. Welchem Schicksal wird sie entgegen gehn? Dem Stallmeister, der diePferde schasst, kündet sie an, daß er nicht zurückkehren werde. Der Mutter sagtsie in schmerzlichstem Bewegtsein „Gute Nacht".
Fünfter Akt. Buttler trifft die Anordnungen für das Reifen seiner
schwarzen Pläne. Wallenstein erhofft vom nächsten Tage den Anfang neuer
Macht. Dem schwedischen Hauptmann giebt er die Versicherung, daß dieFestung dem Einzug offen stehen solle.
Hiermit hört er auf, sich in seinen Plänen als General zu zeigen. Nur
als fühlender Mensch tritt er noch aus. Er spricht wehmütig über den Tod
des Max. Er ist ruhebedürftig und will zu Bett gehen. Am Himmel istnoch Leben; er sieht seinen Stern, den Jupiter, mit Wolken bedeckt. SeineSchwester erzählt ängstliche Träume. Er fühlt sich trotzdem sicher und gehtohne Waffen zur Ruhe; auch das Zerspringen der Ordenskette, des frühestenZeichens kaiserlicher Gunst, erklärt er plötzlich sehr vernünftig. Noch scherzter darüber, wie Gordon einst am Hof zu Burgau immer den Sittenrichterspielte und wie sich seine Weisheit so schlecht bewährt habe. Seni meldetdie böse Konstellation und beschwört Wallenstein, sich den Schweden nicbtzu vertrauen. Vergebens! Schon sind die Freunde im Schloß gefallen, undWallenstein geht, um — wie er doppeldeutig sagt — einen langen Schlafzu thun.
Da naht in Buttler das schwarze Verhängnis. Gordon will diesenzurückhalten. Der Diener mahnt, den Herzog nicht zu stören. Trompetenerschallen. Man hält sie für schwedische. „Auf Euern Posten, Kommandant!"donnert Buttler. Gordon stürzt hinaus. Der Kammerdiener fällt durchbohrt.Dumpfe Stimmen, Waffengetöse, Mord: Das Schicksal hat sich an Wallen-stein vollzogen.
Angsterfüllt kommt die Terzky, welche Thekla nicht finden kann, und derenMann nicht zurückkehrt, um den Bruder zu suchen. Gordon stürzt herein, umdie schwarze That zu verhindern, denn nicht die Schweden sind's: Oktavio isteingezogen.
Da trifft ihn Buttlers eisig kaltes: „Zu spät!" Das ganze Schloß ist inBewegung. Oktavio tritt ein, als eben Wallenstcins Leichnam weg getragenwird; er macht Buttler verantwortlich, der jedoch die Schuld auf ihn selbstzurückschiebt. Die Terzky klagt ihn als den Urheber des Unglücks an underbittet Beisetzung des Leichnams Wallensteins in der von ihm gestifteten Kart-hause. Dann sinkt sie mit den Worten nieder: „Ich habe Gift." Ein Kuriererscheint und bringt dem Oktavio den Fürstenhut, — der ihn nicht mehrsreuen kann. Der Vorhang fällt.