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(Kling, kling!); G. v. Maser (Ans Liebe zur Kunst); Jos. Doppler (O Susi);Grandjean (Er kann nicht lesen); Louis Schneider (Der Kurmärker und die Picarde);
G. zu Putlitz (Der Brockenstrauß); Anna Löhn-Siegel (Das falsche Jettchen);
H. Beyer (Die vier Sterne); Louis Julius (Eine Nacht in Salzbrnnn) u. v. a.
Bekannt gewordene Schwanke lieferten: C. A. Görner (Ln xussunt!);E. Dohm (Ihr Retter); E. Pohl (Ein flotter Bursche); Hans Arnulph (EdleZeitvertreibe); Oskar Blumenthal (Wir Abgeordneten); F. A. Sauer (Un-glücksrabe): Carl Görlitz (Subhastiert); L. F. Trabnitz (Der Bürgermeistervon Adersbach); E. Jacobson (Ännchen vom Hofe); I. F. Nesmüller (Nurreell); O. Devrient (Zehn Minuten Aufenthalt); Gottsr. Böhm (Penelope);Rud. Genee (Das heiß Eisen nach H. Sachs); Stix (Überall Diebe); Gräser(Eine reife Melone); Grandjean (Drei Viertel auf Elf); Stuckenbrock (Berlinerim Elsaß); Franz Bolger (Brandenburger und Lothringerin); Carl Sonntag(Frauen-Emanzipation); A. Günther (Pseud. f. Herzog Elmar v. Oldenburg:In Hemdsärmeln); F. Wehl (Ein modernes Verhängnis); Schmithoff (Moltkcin Köpenick); W. Friedrich (Öffentlichkeit und Mündlichkeit); F. Schütt (ReisendeEngländer): Marie Knauff (Die vergessenen Schuhe); Angely (Die Weih-nachtspräsente) u. a. m. Man vgl. hiezu die im Verlagsbüreau zu Monaerschienenen Possenspiele.
tz 174. Die Tierkomödie.
Sie ist eine Abart des Lustspiels, welche die Komik des Lustspielsdadurch zu steigern sucht, daß sie Tiere handelnd auftreten läßt.
Den Franzosen gebührt das zweifelhafte Verdienst — das liebe Vieh aufdie Bühne gebracht zu haben. Die erste Tierkomödie (Der Goldesel)wurde Anfangs dieses Jahrhunderts in Paris gegeben, wobei ein wirklicherEsel die Hauptrolle spielte. Paris fand an der eselhaften Handlung Geschmack,und bald gab es spekulative Schriftsteller, welche die „Hauptpersonen"ihrer Lustspiele dem Tierreiche entlehnten.
Den glücklichsten Griff that Guilbert-Piröröcourt (1773 —1844) mitseinem historisch-romantischen Drama: Der Hund des Aubry, dessenInhalt der bekannten Sage „Die Königin von Frankreich, die vomMarschall verleumdet wird" (S. 242 d. Bds.), entlehnt ist. Der dressiertePudel versetzte den Pariser Janhagel in Begeisterung. Sein Läuten der Glockeam Wirtshaus, in dem sein ermordeter Herr gewohnt, daS Zerren am Kleideder Wirtin, die grimmige Verfolgung des Mörders rc. waren so natürlich, alsob er mit seinem Herzen an der Handlung sich beteiligt hätte. Im Theateran der Wien kam Der Hund des Aubry (in von Castelli besorgter Über-setzung) am 26. September 1815 zum ersten Male zur Aufführung. DiesesStück übte um so größere Zugkraft auf die Wiener, als auf dem Zettel inberechneter Weise gebeten wurde, „sich beim Erscheinen des Hundes gefälligstruhig zu verhalten, um eine mögliche Störung des eigenen Vergnügens zuverhüten". 1816 wurde das Stück an der Berliner Hofbühne gegeben.