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Sprecküon zusammenfällt (z. B. im Don Juan, der früher mit Dialog gegebenwurdef, sowie in das ausgeführte Recitativ, bei welchem der musikalische Teilmehr Bedeutung und Einfluß erhält.) ä. Duett, s. Terzett, k. Quartett, u. s. w.,ferner Chor, und tt. Ensemble (letzteres ist die gesangliche Vereinigung derSolisten häufig sogar mit dem Chor; es zeigt sich besonders bei Aktschlüssenwirksam). Als Einleitung kommt musikalischerseits bei der Oper noch hinzu:i. Die Ouvertüre, und als Aktschluß k. das Finale.
Als Anhaltepunkte für den Librettodichter erwähnen wir noch, daß diegesanglichen Partien der Oper je nach dem Umfange, der Lage und dem Klang-charakter der Stimme sich teilen in: hoher Sopran, Mezzo-Sopran, Alt und Kontra-Alt, Tenor, Bariton, Baß. Dem dramatischen Charakter entsprechend sondertman: dramatischen und lyrischen Sopran und Alt, ferner die Soubrette und diekomische Opern-Alte, den Heldentenor und den lyrischen Tenor, sowie den Tenor-Buffo, den Helden- und den lyrischen Bariton, den seriösen Baß und den Baß-Bufso.
4. Man unterscheidet je nach dem tragischen oder komischen Stoss undCharakter der Oper, wie im Hinblick aus ihre Ausdehnung: u. ernsthafte odertragische (große) Opern, k>. komische Opern, o. Operetten, wozuman viele komische Opern rechnen kann, ä. das Intermezzo.
K 184. Die ernste (große) Oper in Deutschland.
Die ernste Oper (ital. opsru serin, französ. opera ssrieux) ent-spricht dem ernsten Drama und enthält — (einige wenige Opern wiez. B. Fidelio ausgenommen) — gar keine Sprachscenen. Sie hat meisttragische Lösung des Konflikts.
In Frankreich nennt man große Oper (Zrunä oxsru) diejenige Operohne Dialog, welche meist geschichtlichen Hintergrund hat und in Bezug aufDarstellung großen Aufwand von Scenerie, Aufzüge, Ballet rc. verlangt.
Zur heroischen Oper wird sie, wenn sich ihr Held durch Bedeutung desCharakters und der Handlung hervorthut.
Ist in der großen Oper durch äußere Pracht, Ballet, Dekoration,Scenenwechsel für bestechende Abwechselung gesorgt, und spielt die Fabel desLibretto (Textes) im ritterlichen Mittelalter oder mittelalterlichen Rittertum,oder auch in der übersinnlichen Götter-, Zauber- und Märchenwelt, so entstehtdie romantische Oper (welche Karl Maria v. Weber, der Komponist desFreischütz, schuf, und für welche ein bekanntes Beispiel Marschner in HansHelling lieferte, dessen Libretto Cd. Devrient nach böhmischen Volkssagen be-arbeitete), oder auch die Zauberoper (Beispiele: Undine von Lortzing und inneuester Zeit Bergkönig von einem schwedischen Komponisten) rc.
Je nach dem Vorwiegen des Lyrischen oder Tragischen wird tzje ernsteOper als lyrische oder als tragische Oper bezeichnet.
Als Beispiele ernster Opern erwähnen wir: Fidelio von Beethoven;Wilhelm Teil von Rossini; Die beiden Jphigenien (in Aulis und in Tauris)