GiiilLttMg als Dormtt.
Der Bücher Väter sind's — die Spender sind'sDes großen Zauberhorts. Ich sehe sieBei ihrer Arbeit in den stillen Zellen,
Bei ihren Lampen, seh' die heißen Stirnen,
Das müde Zucken ihrer bleichen Lippen,
Ich sehe sie vom Schweiß der Mühen triefenIm Frohn der eignen schöpferischen Kraft.
O, die ihr leset, habt ihr je bedacht,
Wie viele Stunden lang gereift im Stillen,
Was euch minutenlang ergötzt? Erwäget ihr.
Wie viel des Dochtes sich in so viel Licht,
In fo viel Glut verzehrte? Wisset ihr,
Wie zu dem Strauß, der euch mit Duft umströmt,
Sich Blum' an Blume mühevoll gefügt?
Wie schwer der Stirn, dem Herzen sich entrungen,
Was ihr wie Schaumwein aus dem Spitzglas schlürft? —Ja, geistig Schaffen auch ist Arbeit, wißt,
Ist Tagewerk; ist Tagwerk mehr als je,
Seitdem von einsamen Parnassoshöhn
Hinunter zu dem Volk die Muse stieg.-
(Rob. Hamerling. Aus Prolog z. 26. Jahrg.d. Westerm. Mon.-Hefte.)
Mit dem vorliegenden 3. Bande dieses Werkes ist das vorzugs-weise aus Beispielen der deutschen Litteratur, sowie aus den Lehrender besten Schriftsteller auf dem Gebiete der Ästhetik und aus denDichtwerken aller Nationen geschöpfte große System der Poetik inseinem ganzen weiten Umfange abgeschlossen. Der Inhalt diesesBandes verhält sich zu dem der beiden ersten Bände, wie Praxis zuTheorie. Er hat sich die Ausgabe gestellt, die Methode der dichterischen
Beher, D. P. IH. Die Technik der Dichtkunst. I