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Und cin dem Ufer steh' ich lange Tage,
Das Land der Griechen mit der Seele suchend;
Und gegen meine Seufzer bringt die WelleNur dumpfe Töne brausend mir herüber.
Weh dem, der fern von Eltern und GeschwisternEin einsam Leben führt! Ihm zehrt der GramDas nächste Glück von seinen Lippen weg.
Ihm schwärmen abwärts immer die GedankenNach seines Vaters Hallen, wo die SonneZuerst den Himmel vor ihm ausschloß, woSich Mitgeborne spielend fest und festerMit sanften Banden aneinander knüpften :c.
Aufgabe 1. Der nachfolgende Stoff soll in jambische Ouinareverwandelt werden. (Die Verszeilen sind so gut als möglich durchTaktstriche angegeben.)
Stoff. Verkehre viel mit deinen Kindern; ' Tag und Nacht sollst du sieum dich haben und sie lieben § und dich lieben lasten schöne Jahre lang.Nur während des kurzen Kindheitstraumes ^ sind sie dein, nicht länger! Schonmit der Jugend ^ schleicht vieles durch ihre Brust, was du nicht bist, j undmancherlei lockt sie an, was du nicht besitzest, § und sie ersahren von einer altenWelt, j welche ihren Geist erfüllt; die Zukunft schwebt I ihnen vor. So gehtdie schöne Gegenwart f verloren. Nun zieht der Knabe mit dem Wauder-täschchen , voll Notwendigem hinaus. § Weinend siehst du ihm nach, bis er ver-schwindet. j Nimmer wird er wieder dein! Er kehrt j zurück, nun liebt er undwählt sich eine Jungfrau. § Sie leben beide, andere leben auf ^ aus ihm —du hast nun einen Mann an ihm erhalten, j einen Menschen, — aber keinKind hast du mehr! j Nun bringt dir die vermählte Tochter ihre Kinder j manch-mal in dein Haus, um dich zu erfreuen. > Tu hast an ihr eine Mutter, aberkein Kind mehr. j Darum gehe fleißig mit deinen Kindern um! i Sei Tag undNacht um sie und liebe sie ^ und lasse dich lieben einzig schöne Jahre lang.
Lösung. Von Leopold Schefer.
Geh' fleißig um mit deinen Kindern! HabeSie Tag und Nacht um dich und liebe sieUnd laß dick lieben einzig schöne Jahre;
Denn nur den engen Traum der Kindheit sindSie dein, nicht länger! Mit der Jugend schonDurchschleicht sie vieles bald — was du nicht bist.
Und lockt sie mancherlei — was du nickt hast.
Erfahren sie von einer alten Welt,
Die ihren Geist erfüllt; die Zukunft schwebtNun ihnen vor. So gebt die GegenwartVerloren. Mit dem Wandertäsckcken dann