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Erster Band.
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Es giebt genug schwankende Silben, deren rhythmische Bedeutung nurdurch ihre Stellung bedingt wird, z. B. im Satze „er leidet große Pein",hat die Silbe „gro" starke Betonung. Sagt man jedoch, „er litt großePein", so tritt das rhythmische Verhältniß: ^ ^ -" ein und die Silbe

„gro" ist mittellonig geworden. Im Beispiel: Mein Herr und König ist Herrfünsgradig, im Beispiel: Herr König ist es mitteltonig.

In vielen Fällen kollidiert der Siunton mit dem Version.Wir vernachlässigen sodann den letzteren zu Gunsten des ersteren.

Weiteres Beispiel:

Wenn dir in Zärnesglut dein sterblich Herz will wällen,

Sag Ihm: Weißt du, wie bald du wirst in Stäub zerfallen?

Wir betonen hier ausdrücklich die Silben „Sag" und „Weißt",während der Verston (Vcrsrhythmus) eigentlich die Betonung der Silben „ihm"und „du" fordert.

5. Spreäfton. Bei vielen Wörtern herrscht hinsichllich der Betonungder bestimmte Sprechton vor, der sich verändern kann, und der sicher im Laufeder Zeiten manche Verschiebung erhalten wird, wenn auch die Grundgesetzeunserer Prosodic unbeirrt vom Zufall dieses Gebrauchs bestehen bleiben werden.

Man legt z. B. bei lebendig den Ton nicht wie bei Leben in die erste, sondernin die zweite Silbe. Ähnlich bei elendig, elendiglich (von der früheren Par-ticipendung uncki betont); ferner lutherisch (wegen des Einflusses des latei-nischen Iiutlisius; hier beginnt der Accent schon die Verschiebung, so daß inmanchen Gegenden lutherisch bereits ebenso gebräuchlich deutsch ist, als meyerischund bayerisch und bäuerisch; ferner numerisch (Numerus), apostolisch (Apostel),ätherisch (Äther), abscheulich (Abscheu), vorzüglich (Borzug), mißgönnen (Miß-gunst) balsamisch, schematisch u. s. w.

Nur der Sprechton, d. i. der bestimmte Sprachgebrauch (— Sprech-gcbrauch), entscheidet hier, welche Silbe zu betonen ist: u«u8 tzrunnus!

Der Sprechton verschiedener Wörter ist zu verschiedenen Zeiten und inverschiedenen Gegenden oft recht abweichend. An einem Orte betont man z. B.

Weihnachten, am anderen Weihnachten. Bei gewissen Wörtern hat sich dasGrundwort mit der Zeit abgeschwächt und wurde zum fchwachtonigen Neben-

wort, während es früher ziemlich viel Ton hatte, z. B. Winzer für Wein-zicher (tat. vinitor, nach Weigand aus ahd. rvinruril, vinsurl, bayr. rvsin-Msrl — Traubenlreter), Achtel für Achtteil, Junker für Jungherr, Zweifel