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Erster Band.
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Durch Beachtung dieses Gesetzes erblüht dem deutschen Dichter Freiheitin der Bewegung, und es wird daher von nun an sicher auch der Anfängerhäufige Anwendung von demselben machen, sofern er sich den Eindruck seinerDichtung durch Recitieren und Deklamieren im Voraus zu vergegenwärtigenvermag.

2. Im vor. § 80 sagten wir, das; gute Dichter den Sinnton mit demVerston zu vereinen suchen. Bei vielen Bildungen geschieht dies instinktiv.Und wenn diese Verse der antikisierenden Dichter seit Klopstock uns zusagen,so haben sie es nur dem Umstand zu danken, daß das Sprach-gefühl eine Vereinung von Sinnton und Version gebieterisch forderte.

Wo Sinnton und Verston nicht zusammenfallen, vernachlässigen wirden Versrhythmus zu Gunsten des Sinntons, wenigstens beim Lesen. Wirlesen also nicht:

Den Jüng j lmg bringt > kem^ > wieder (Schiller.)

sondern: Den Jüngling bringt keines wieder.

Nicht: Bergtrüm j mer fol i gen sei > nen Güs j sensondern: Berg j trümmer folgen seinen Güssen.

Nicht: Gegen i tue Leg j ion > ensondern: Gegen dir Legionen.

Durch solch verständnisvolles Lesen nach Arsis und Thesis lassen sichmanche Inkorrektheiten in der Silbenmessung beseitigen. (8 74.)

Wenn wir auch unseren Dichtungen ein bestimmtes Metrum zu Grundelegen, so darf doch der Versaccent nur in dem Fall sein rhythmischesÜbergewicht geltend machen, als er eben mit dem Satzton zusammenfällt.Sonst niemals! Keinerlei Hinweis auf früheres Herkommen und Ableitungdarf dieses Gesetz alterierenü Wir können immerhin die Worte Hebung undSenkung (Tonstärke und Tonschwäche) zur Bezeichnung der Quantität bei-behalten, da sie die Ursache bezeichnen, aus welcher für unser Ohr die Wirk-ung der Länge und Kürze erwächst.

K 82. Geist unserer aeeeiriuierenden prosMK.

Geist und Sinn unserer heutigen accentuierenden Prosodik läßtsich nach dem Abgehandelten in folgende Sätze zusammenfassen:

k. Es ist hinfort die besondere Pflege und Beachtung des Sinn-tons das Maßgebende, wenn nicht ein der Sprache Gewalt anthuenderundeutscher Rhythmus bestehen soll.

2. Die Beachtung eines bestimmten Metrums innerhalb einerDichtung ist aus Rücksichten auf das uns von unsern klassischen Dich-tern überkommene Formprinzip wie auf den melodisch dahin wogendenVersrhythmus wünschenswert, nicht aber unerläßlich. Der Accentverszeigt, daß unsere Sprache den freien, deutschrhythmischen Aufbau einernur die Hebungen, beachtenden Dichtung verträgt.

Beher, Teutsche Poetik. I.

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