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Erster Band.
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An den Dichter tritt die Forderung heran, das fortgesetzte Zusammen-fallen der Vers- und Wortfüße aus ästhetischen Gründen möglichst zu vermeiden,d. h. die Diäresen inmitten der Reihen zu umgehen und die melodischen Cäsurenzu erstreben.

Folgende Beispiele mögen über die Anwendung der Cäsur orientieren:

u. Abteilung nach Satztakten, deren Schluß im Verstaktdie Cäsur bildet.

1. Sei j der Gesang I vieltönig > im wechselnden Tanz j der Empfindung.

2. Windet i zum Kranze s die goldenen Ähren, s

3. O Väter, j Mütter, j o Erzieher, j habet Acht! j

4. Er stand > auf seines Daches j Zinnen, jEr schaute s mit vergnügten Sinnen sAuf das beherrschte Samos hin. j

l,. Abteilung nach Verstakten und Bezeichnung der Cäsurdurch den Buchstaben 6.

1. Sei der Ge 1 saug^ viel j töniz^ j,n

wechselnden s Tanz der Emp j findung.

2. Windet o zürn > Kränze ^ die j goldenen j Ähren.

3. O Vä s ter, ^ Müt > ter, ^ ä j Erzieh j er, ^ hab j ct ^ Acht!

4. Er stand s auf sei s nes Dach s es ^ Ztn s uen,

Er schau j te ^ mit > vergnüg s ten Sinn > enAuf das > beherrscht j e Sä s mos hin.

Man wird aus diesen wenigen Beispielen ersehen, wie infolge der Durch -schneidung des Verstaktes (oder was dasselbe ist: infolge des Aneinander-grenzens und Berührens zweier Wortfüße innerhalb eines Verstaktes)eine gewisse Einheit der Vielbewegung und eine enge Verschlingung der einzelnenVerstakte entsteht. Zur Verhütung eines Mißverständnisses ist zu bemerken:Die aus den Dichtungen unserer Klassiker abstrahierte Forderung, die Versteiledurch Ineinandergreifen der Satztakte und Verstakte zu verschlingen, hat keines-wegs die Bedeutung, daß wir z. B. durchweg den jambischen Vers (^-^_^rc.)mit einem amphibrachischen Worte (^-^) und den trochäischen (- ^ - ^ rc.)mit einem Kretikus (-^-) beginnen rc. Es würde dieses sklavische Nachäffender Hellenen ein unserem deutschen Sprachgenius entgegen strebendes geschraubtesDeutsch erzeugen, wie wir es leider bei einigen Übersetzern antreffen. Wirwollen die Hellenen als Muster verehren, nicht als Tyrannen.

Cäsur und Diärese erhalten je nach ihrer Stellung in den verschie-denen Verstatten verschiedene Benennungen. Beide heißen männlich, wennsie nach einer Arsis eintreten, weiblich, wenn sie nach einer einsilbigen Thesis,und gleitend, wenn sie nach zwei Kürzen folgen.