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Erster Band.
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2. Verszeilen, welche mehrere Lätze umfassen.

m. Von Westen flammte der erste Strahl, i und das Licht flog über die Welt, jUnd es blinkten die Firnen, ! es glänzte das Thal, von Rosenschimmer erhellt.Die Throne bebten, i aufstand das Volk, das geknechtete, groß und frei,

Und grüßend von Lande zu Lande scholl ein stürmischer Jubelschrei.

(Adolf Strodtmann.)

b. Der Nebel stieg, j der Knabe sang, > das Echo tönte, j der Wald erklang. >

3. Verszeilen, welche nur einen Bruchteil eines Satzesumschließe n.

a. Fliehe der MengeWirres Gewühl!

Lasse die Menschen dich nicht berücken,

Wenn sie mit hämischen, lauernden BlickenHöhnen, wie hoch du

Stelltest das Ziel. (Max Remy.)

b. Der Adler lauschtAuf seinem Horst;

Der Keiler rauschtZur Kesselforst;

Das Äützlcin klinkt

Am Ast sich fest u. s. w. (Christian Scherenberg.)

4. Westphal a. a. O. S. 64 sagt: Eine aus zwei Reihen bestehendePeriode schrieb der griechische Dichter stets in eine Zeile, und diese wurde Stichosgenannt, was eben nichts anderes als Zeile bedeutet. Bei den Römern hießsie Vers. Unsere modernen deutschen Dichter schreiben entweder die beidenperiodischen Reihen in zwei besondere Zeilen oder auch wie die Griechen in eineeinzige. Beiderlei Art von Zeilen nennen sie Verse. Doch hängt diese Artund Weise, die Periode bald in eine, bald in zwei Zeilen zu schreiben, durchausnicht mit dem Wesen des Rhythmus zusammen: Wenn auch die Vordersätzereimen, pflegt man die Periode in zwei Zeilen zu schreiben; wenn bloß dieNachsätze reimen, folgt man häufig dem griechischen Gebrauche. Daß man fürdie einzelnen Reihen vorwiegend bei reimenden Vordersätzen besondere Zeilenanwendet, hat wiederum keinen in der Sache liegenden Erklärungsgrund. *DasAbsetzen der Zeilen in der Poesie soll uns bloß die ilbersicht der rhythmischenAbschnitte erleichtern. Nun kommen uns aber doch da, wo der Reim vor-handen ist, diese Abschnitte leichter zum Bewußtsein als da, wo er fehlt,und daher sollte man grade bei nicht reimenden Vordersätzen für diese eigeneZeilen erwarten.

Wir kommen bei der. Lehre von den Strophen daraus zurück und wollennur noch an zwei Beispielen zeigen, wie ein und derselbe Dichter gleichlange,gleichmetrige Zeilen bald ohne Unterbrechung und bald gebrochen schrieb.

Beispiel:

1. Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr,

Weit glänzt' es über die Lande bis an das blaue Meer,