311
Beispiele:
a. Im An > fang war j der Geist, j der sich j im Wort j
Zu ewger Schöpfungsthat zusammenrafft,
Der war bei Gott und ist's und wirket fort.
Gott ist der Geist, der lebt in Worteskraft.
(Sallets Laicn-Evangelium.)
b. Er stand j auf sei! nes Da ! ches Zin! neu, 5 j (katal.)
Er schaute mit vergnügten Sinnen I lkatal.)
Auf das j beherrsch s te Sa j mos hin. j ^ j (brachhkatal.)
(Schillers Ring des Polykrates.)
e. Dir ist die Herrschaft längst gegeben (katal.)
In meinem Liede, meinem Leben, (katal.)
Nur diese Nacht, o welch' ein Traum! (brachhkatal.)
(Uhlands Untreue.)
cl. Der Liebsten Band und Schleife rauben, (katal.)
Halb mag sie zürnen, halb erlauben, (katal.)
Euch ist es viel, ich will es glauben, (katal.)
Und gönn' euch solchen Selbstbetrug, (brachhkatal.)
(Goethe, Lebendiges Andenken.)
Vgl. Schillers Kraniche des Jbykus. Dagegen gehört Anast. GrünsDer Turm am Strande aus „Schutt" (Ich war bescheidener Svnettendichter)bei Zurechnung der rhythmischen Pause zu den jambischen Sechstaktern. EbensoRückerts „Sprich, liebes Herz, in deines Tempels Mitten" rc.
/).' Der reimlose jambische Fünftakter (Blankvers).
Der reimlose jambische Fünftakter ist auch unter dem Namen„Blankvers" (blanc-vars) oder „jambischer Quinar" bekannt. Er istder Vers des deutschen Drama. Seine aufsteigende Bewegung entsprichtdem Fortschreiten, Fortdrängen der beweglichen Handlung im Drama,weshalb er sich ganz besonders für diese Dichtungsgattung eignet. Diekleineren Gebilde unserer Rede (rhythmische Reihen, Sätze) überschreitenin der Regel nicht das Maß des jambischen Qninars, weshalb derselbeauch iu dieser Richtung unserem Sprachgeiste verwandt sich zeigt undSatz- wie Versbau verbindet.
Zuerst wurde er von I. H. Schlegel in seiner Übersetzung der Thomson-schen Sophonisbe 1758 angewandt, sodann von Ehr. Felix Weiße (in Be-freiung von Theben, 1764), endlich von Lessing. Dieser erhob ihn 1779durch die Form seines Natban zum Vers des Drama, worauf ihn 1786 auchGoethe in der Iphigenia und Schiller 1787 im Ton Earlos adoptierte. Nachihnen wandten ihn an: Heinr. v. Kleist, Grillparzer, Gutzkow, Mosen, Prutz,Jmmermann, Körner, Ul'land, Rückert, Scherenberg (Waterloo), Hamerling(Ahasver), Gottschall u. A. Letzterer hat ihn im Earlo Zeno (ebenso wie derVers. dieser Poetik in seinen mehrfach aufgeführten Kaisersestspielen Mnsenweibe,Kaisergold rc.) gereimt gebraucht.