Band 
Erster Band.
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/2. Gereimte Zeilen.

Drei Palmen über'm Bronnen,

Ein braun Gefild umher,

Und fern im Glanz der Sonnen

Geklüft und blaues Meer. (Em. Geibel.)

Wenn sich zwei Herzen scheiden,

Die sich dereinst geliebt,

Das ist ein großes Leiden,

Wie's größres nimmer giebt. (Derselbe.)

O sieh, wie innig küssenSich Schmetterling und Ros',

Doch beide niemals wissenIhr nahes, hartes Los. rc.

(Ernst II., Herzog z. S.-Kob., Der Besuch.)

Bgl. noch Goethes Bundeslied, Uhlands Schenk von Limburg u. s. w

3. Am wohlklingendsten und freundlichsten gestaltet sich der neue Nibeluugenvers durch verständnisvolle Einfügung von Anapästen.

Proben:

«. Ungeteilte Zeilen.

„Wohin ihr Reiterheere? Wohin du trüber Kumpan,

Wohin ihr Schiffer im Meere? Wohin du Krückenmann? rc.

Den Mönchen wackeln die Bärte, die Nonnen werden rot,

Und leis im Chöre lispelt's: Herr, hilf uns aus der Not!

Doch Max spricht zu den Kriegern: „Ihr Treuen auf, und teiltEuch in Kapuz und Schleier! dann rasch m die Stadt geeilt.

(A. Grüns Romanzcnkranz „Der letzte Ritter".)

Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr,

Weit glänzt es über die Lände bis an das blaue Meer. rc.

(Uhland, Sängers Fluch.)

Geteilte Zeilen.

Im stillen Klostergarten

Eme bleiche Jungfrau ging rc. (Uhland, Die Nonne.)

Zu Ottenseu auf der WickeIst eine gemeinsame Gruft,

So traurig ist keine, wie diese, -

Wohl unter des Himmels Luft!

(Rückcrts Gräber zu Ottenseu.)(Ebenso ist Rückcrts „Hofer" behandelt und geschrieben.)