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Erster Band.
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Walle! walle (Zweitakter)

Manche Strecke,

Dah, zum Zwecke,

Wasser fließe,

Und mit reichem, vollem Schwalle

Zu dem Bade sich ergieße! (Goethe, Zauberlehrling.)

5. Fünftägige trochäische Verse (trochäischer Fünstakter. Ser-bischer Trochäus).

Er kommt vollständig, unvollständig und überzählig in Anwen-dung, namentlich in epischen Dichtungen. Die serbischen Volksliedersind von Th. A. L. v. Jacob im fünstaktigen reimlosen Trochäus über-setzt worden, weshalb man diesen Vers im Gegensatz zum viertaktigensog. spanischen Trochäus den „serbischen Trochäus" nennt.

Herder hat ihn in seinen Parabeln und Elegien angewandt. Goethedichtete in serbischen Trochäen: Morgenklagen; Nachtgesang; Klaggesang von deredeln Frauen des Asan Aga; Zedlitz: Die Worte des Koran; Wilh. Müller:Vineta; Kopisch: PsaumiS und Puras; Matthisson: Elegie; Heyse: Die Brüder;Platen: Die Abassiden, u. A.

Es ist unbegreiflich, daß Kurz, der wahrscheinlich nur den Prolog an-gesehen hat, in seiner Litteraturgesch. III. 304V' die serbischen Trochäen mitfünstaktigen reimlosen Jamben verwechseln und behaupten konnte, Platenhabe in diesem Versmaß seine Abassiden geschrieben, woranKurz überflüssige Belehrung über geeignetes Versmaß in solchen Dichtungen reiht.Houwald (Werke V. 395), Bürger (I. 306 ss.), Fouquö (XII. 57), Auffen-berg (1. 23, XX. 144, 229 ff.) u. A. verwandten den Vers in Gedichten.Ausfenberg (X. 279 ff., XIV. 174 ff.) verwertete ihn auch im Drama.

Wir möchten ihn für das Drama nicht empfehlen. Die forteilende Hand-lung im Drama scheint nur den rasch aufsteigenden Jambus zu vertragen.Dazu kommt, daß bei seiner Anwendung wegen des trochäischen Grundrhyth-mus unserer Sprache Worttakt und Verstakt zu häufig zusammenfallen undso meist Diäresen, aber weniger Cäsuren eintreten.

Beispiele:

X. Ungereimt.

Tausend Zelten waren aufgeschlagenTurch's Gefilde vor den Thoren Bagdads,

Um das Fest des neuen Jahr's zu feiern;

Auf dem Throne saß der große HarunAls Kalif mit allen Würdezeichen,

Rings im Zirkel seine Kronbeamten;

Doch zunächst die drei geliebten SöhnePrinz Amin und neben Assur Assad rc-

(Platen, Abassiden IV. 268.)Einen wohlgefchnitzten vollen BecherHielt ich drückend in den beiden Händen,

Sog begierig süßen Wein vom Rande,

Gram und Sorg' auf Einmal zu vertrinken. (Goethe, Der Becher.)