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1. Asklepiadeischer Vers.
Der griechische Bukoliker und Epigrammendichter Asklepiades(Lehrer Theokrits) vereinigte zwei oder drei Choriamben mit voraus-gehendem Trochäus und einem am Schluß folgenden Jambus zu Versen,die man asklepiadeische Verse nannte. Man unterscheidet den kleinenund den großen asklepiadeischer: Vers.
a. Kleiner asklepiadeischer Vers.
Er besteht auS: Trochäus, zwei Choriamben und einem Jambus.Beispiel:
WündVr j seliger Mann, s welcher der Stadt s entfloh (Hölty.)
Ob zwei Seelen es giebt, welche sich ganz verstehn?
Sinne, sagte der Mensch, sinne dem Rätsel nach.
- b. Großer asklepiadeischer Vers.
Er besteht aus: Trochäus, drei Choriamben und einem Jambus.
B eispiel:
Färbt die häusliche Lind' > eben sich grün, l trautester L s VerbeckLaß du Hader und Recht, Sasse der altrühmlichen Hansaburg.
Laß dein klügelndes Buch, zaubr' es Gesang, zaubr' es Beredsamkeit.
. (Boß.)
2. Glykonischer Vers.
Er entspricht dem kleinen asklepiadeischen Vers, welchem ein Chor-iambus fehlt. Er besteht also nur aus einem Choriambus mit voran-gehendem Trochäus und folgendem Jambus.
Beispiele:
Rös' auf Rös' m das Körbchen sank
Purpurrot und wie Silber blank. (Boß.)
Wie das sterbende Blatt sich schmückt,
Küßt es weinend der Sonnenstrahl;
Frühlingstäuschung, die mich beglückt,
, Ach, du lächelst zum letzten Mal. (Rückert.)
Bgl. noch: „Unter duftenden Gärten ruhn" von Hölderlin, sowieRückerts Kindertotenlieder S. 166 .
tz 111. Daktylische Derse.
Der kräftig einsetzende Daktylus malt durch seine leichten, raschfolgenden Thesen das Bewegliche, Lebendige, Jubelnde, Begeisternde, wiedie Beispiele im Kapitel von der rhythmischen Malerei beweisen (vgl.8 93). Erst die Neuzeit befleißigt sich reiner, den deutschen Accentbeachtender Daktylen, während man früher nicht selten schwere Silben