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Erster Band.
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Wilhelm Jordan (im „epischen Vers der Germanen") sagt, er wagedie erste Entdeckung des Reimes den Hebräern zuzuschreiben, da er keineälteren Reime kenne als die des alten Testaments. Anders als in der alt-deutschen Reimpoesie, wo die Sprache die schöne Fülle ihres Leibes bis zurAtembeschwerde einschnürte, um sich nach sremdländischen Mustern einen nichtpaffenden Schmuck anzulegen (nämlich ein Mittelding zwischen Reim und Assonanzvgl. z. B. die 1. Strophe des Ludwigsliedes S. 420 d. B. unter O-A-Assonanz), ja, wo der Reim die angeborne geistig bedeutsame Musik alterierteund an der Verwüstung der schönen Sprache teil genommen habe, sehen wirim Hebräischen den Reim ohne Vorbild in wimmelnder Menge aus demSprachorganismus durchaus freiwillig ausblühen. Jordan nennt die hebräischenReime symmetrisch geordnete Gleichklangsgebilde, von denen die Sprache derHebräer voll stecke, und bietet — freilich etwas ungenau in Wiedergabe undÜbersetzung — als Beleg für die „bewußte Reimkunst der Hebräer" folgendeStellen aus dem Hohenlieds:

iAsreüriMb marecbAusobiuiiniMb boleeb. —kunii lüebRusstiIllevbi laobllaputi.

Laß mich schauenDein GesichtUnd vernehmenDeine Stimme.Erwache für michMein herziges KindUnd mache für michDich auf geschwind.

(Dieses verstellte, ungenau gelesene und übersetzte Citat lautet so:

2,10: bumi laeb rujatbi,ulsebi laob jupbati.

2,14: barini etb nmrsivb,

basobmitzni stk boleeb

läeb heißt nicht für mich, sondern umgekehrt dir, aber es wird mit solchenImperativen, (wie büntt, leebij wo es Rest eines abgeblaßten vut. ooinmoäiist, nicht übersetzt.)

Immerhin könnte dieses Beispiel (u. andere, vgl. Jordan a. a. O. S. 9)für die hebräische Poesie mit ihrem vorherrschenden Rhythmus (vgl. 11s liVstts,Lehrb. d. hist.-krit. Einleitung in die Bibel I, 126 ff., sowie dessen Kommentarüber die Psalmen, Einleitung Z 7) beweisen, daß der in ihr sich zeigendeReim, wie alle nicht aufgepfropften poetischen Formen nicht absichtlich erschaffen,sondern vorgefunden sei. Jordan will nicht behaupten (a. a. O. S. 10),daß alle übrigen Völker den Reim erst von den Juden gelernt hätten, vielmehrhätten ihn auch andere Sprachen ganz in derselben Weise wie die Hebräerentwickelt. Wie das zufällige Auftauchen des Reimes Sckritt für Schritt zum