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Ein jedes empfindet den Wohllaut, den die Wiederholung- des allitterierendenL hervorruft. Ähnlich ist es mit dem allitterierenden g in folgendem Versedes Hildebrändliedes (vgl. S. 402):
§arutun 8S iro Auabamun, Aurtun stb iro svert ana.
^ u. s. w. u. s. w.
3. Die besten Dichter bis in die Neuzeit haben die Allitteration zurLautmalerei verwendet, was schon einige Beispiele in H 28 S. 124 ff. be-weisen. Ich wähle aus dem mir vorliegenden Material nur noch wenige ^
Beispiele.
Bürger malt im hohen Lied von der Einzigen, z. B. die Seligkeit einesZustandes durch das weiche W (Wonne) und führt nun solche Zeit- undEigenschaftswörter in seine Schilderung ein, die dem Worte Wonne im An-klänge gleichen, die also ein Weniges, ein Etwas von dem Worte Wonne(nämlich den an Wonne erinnernden weichen W-Anfang) haben, wodurchdas Wort Wonne unserem Ohre so wohlklingend wird, ja, wodurch imVoraus der wonnige Charakter des Wortes Wonne über das ganze gegossenwird. Man höre:
Wonne weht vom Thal und Hügel,
Weht von Flur und Wiesenplan, »
Weht vom glatten Wasserspiegel,
Wonne weht mit weichem FlügelDes Piloten Wangen an.
Wem erschienen bei solch Wonne beginnender Malerei nicht Wiese undWasserspiegel und Wange und Wehen durch Wonne verklärt!
Man vgl. hierzu einige Stellen aus Fougußs Sigurd der Schlangentöter(Werke I, 9 sich, der eine Fülle guter Allitterationen bietet:
S. 56. Weit ist die Welt,
Astn wollten Missen,
Wie weit sich Welt erstreckt rc.
„ 62. Wurdur hat das Gcwordne gelenkt,
Werdandi lenkt das Werdende jetzt. .
„ 84. Weberin, webe fort. ^
Normen auch Weben fort,
Dein Leben zu Lieb und LeidFühren unreißbare Faden,
Fingen früh' an ihr GespinnstEh' flog dein Weberschifslein rc.
„ 85. Würziger, wonniger Wein rc.
Vgl. hier auch die Allitterationen in Tegners Frithjofs Sage (übers. v.
Mohnike, wie von Simrock).- Ferner Chamissos „Das Lied von Thrym".
Ferner viele Gedichte Goethes z. B.
Nun hellt sich der Morgen, die Welt ist so weit,
In Thälern und Wäldern die Wohnung bereit.
(Goethe, Ballade I, 140.) j