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Erster Band.
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2. Vorzugsweise ist der Erzähluugsstoff in bestimmte, je für eineoder mehrere Strophen berechnete Partien zu zerlegen.

3. Für die Wahl der Strophe selbst ist der Stoff und das Her-kommen mit entscheidend.

1. Wenn auch das lyrische Gedicht in der Regel schon mit seiner poetischenDisposition im Geiste des Dichters entsteht, da ja beim Ausdruck des subjektivenFühlens Stoff und Form so untrennbar sind wie Reden und Bewußtwerden,so werden doch nur Laien behaupten wollen, daß lyrische Gedickte jeder Dis-position entbehren. Alle Empfindungen treten doch nur in Form klarer, zumBewußtsein gelangter Gefühle durch das Medium der in Worten und Sätzensich äußernden Sprache zu Tage; jeder sprachliche Gedanke aber ist der An-ordnung und Gliederung fähig; er erzeugt neue Gedanken und Bilder, dieden Genuß des ursprünglichen Gedankens erleichtern, erhöhen und vermitteln.Selbstverständlich darf es nicht Zweck des Lyrikers sein, den reflektierendenGedanken in den Vordergrund zu stellen, aber er muß seinem subjektiven Gefühleeinen allgemein verständlichen, ficht- oder hörbaren Aufbau zu gebesi vermögen,der die klare Anordnung des benützten Stoffes erkennen läßt.

2. Vorzugsweise muh der Erzählungsstoff abgegrenzt und eingeteilt werden,wenn der Einheit des Inhalts Rechnung getragen und der Strophe das Geprägeeines auch inhaltlich abgerundeten Ganzen gegeben werden soll. Bei bedeutendenepischen Dichtungen merkt der Kundige, der die poetische Kedankenaffociationzu taxieren versteht, wie licht- und verständnisvoll das Material gruppiert undfür die einzelnen Strophen zurecht gelegt wurde. (Wir werden die Stoff-anordnung im 3. Band praktisch illustrieren und können uns daher auf dieseAndeutungen beschränken.)

3. Da bei uns der „Tönediebstahl" nicht mehr verboten ist, so solltenwenigstens ungeübtere Dichter aus der Unzahl von Strophenformen diejenigeForm wählen, welche für den zu bearbeitenden Stoff im Hinblick auf ähnlicheBearbeitungen besserer Dichter am meisten zusagen dürfte.

8 151. Abgrenzung der Strophe nach Dchalt (Enjambement).

Jede gut gebaute Strophe muß wie in der Form so namentlichdem Inhalte nach ein für sich bestehendes, abgerundetes Jdeenganzesbilden.

Das Hinüberziehen eines in einer Strophe beginnenden Satzes'in die andere Strophe, das man in der Poetik bei Versen Enjambe-ment nennt, ist durchaus unstatthaft. (Vgl. Z 149 am Schluß.)

In der antiken Poesie war das Hinüberziehen des Satzes in die folgendeStrophe gestattet, weshalb wir es bei verschiedenen deutschen Nachbildungenfinden. So schleppt z. B. Stolberg im nachfolgenden trikolischen Tctrastichon(Vierzeiler) den Inhalt der einen Strophe in die andere hinüber: