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Erster Band.
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Bor einem Räuber konnt' ich es nicht hüten,

Der hinnahm meine Habe,

Wohin zu reichen nicht die Blicke taugen,

Die jetzo Thränen saugen,

Weil sie verloren ihre Augenweide,

Um deren Anblick Engel ich beneide. (Rückert.)

e. Lob des Frühlings.

Saatengrün, Beilchenduft,

Lerchenwirbel, Amfelschlag,

Sonnenregen, linde Luft!

Wenn ich solche Worte singe,

Braucht es dann noch großer Dinge,

Dich zu preisen, Frühlingstag? (Uhland.)

ä. Wenn die Abendglocken klingen,

Heben sich die Sehnsuchtsschwingcn,

Und ich möchte bei dem LäutenAus des Lebens DunkelheitenMit des Herzens MelodienIn die lichte Höhe ziehn.

(Julie von Großmann.)

e. Das Knabenalter ist Idylle,

Der Jüngling braust des Herzens FülleIn Oden aus und Dithyramben,

Der Mann schwankt hin und her in Jamben.

Der Greis beklagt in ElegieenDer schönen Zeiten schnelles Fliehen.

Der Tod macht auf den ganzen GramEin bittres Epigramm.

(Vgl. noch Lcssing: Der alte und der junge Wein.)

tz 179. Akrostichon und Akrostropste.

Das Akrostichon (von «xpor Spitze und Vers) ist eine

Art Madrigal, ein kleines Gedicht, in welchem die Anfangsbuchstabender Verszeilen einen Namen, ein Wort, einen sentenziösen Satz odereinen Vers bilden, dem der Inhalt des Gedichtes verwandt ist.

In seltenen Fällen verteilt man die verschiedenen Worte einesSpruches (z. B. Befiehl dem Herrn deine Wege von Paul Gerhardt)auf die Anfangsworte der Strophen, wodurch sich eine erweiterte Formdes Akrostichons ergiebt, für.deren Benennung ich das Wort Atro-strophe vorschlagen möchte.

Das Akrostichon haben wir den Franzosen abgelernt. Doch soll dieseSpielerei schon bei gewissen sibyllinischen Orakeln und bei Ennins stattgefundenhaben, (Oie. äs äivin. II. 54. 111. 112.) Bei uns hat namentlich dieschlesische Schule in Gelegenheitsgedichten diese Form angewandt.

Bey er, Deutsche Poetik. I.

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