674
3. abobä 6 4
In dieser Strophe ist das bekannte Volkslied Ermunterung zum Spinnengedichtet.
Beispiel:
Spinn, spinn, meine liebe Tochter,
Ich kauf dir ein Paar Schuh,
Ach ja, meine liebe Mutter,
Auch Schnallen dazu;
Kann wahrlich nicht spinnenBon wegen meinem Finger,
Der thut mir so weh.
(Volkslied. Vgl. Simrocks Volksb. VIII. 408.)
4. a d o b 6 6 d.
Beispiel:
leb bau «sieben tröst besannen,
IVunnsn, sannen Aliob' iob si gestalt,via mir tuet min leit versrvinäsn,
Linclen, swimlen muot kan ir Asvalt!
In ist ir Aaste mer van tasenävalt,si bau kriancle tröst bevissn,
Zrisen, reisen nmoben vröucisu balt.
(Der Thüring, v. d. Hagens Minnes. II. 26. IV.)
5. a b e b cl 6 ä. (Mailiedstrophe.)
Beispiel:
Wie schön blüht uns der Maien,
Der Sommer fährt dahin!
Mir ist ein feins JungfräuleinGefallen in meinen Sinn.
Oft sehen thut den Augen wohl,
Wenn ich an sie gedenke,
Mein Herz ist freudenvoll.
(Mailied, s. Uhlands Volkslieder Nr. 58.)
6. a 6 e 6 ä ä ä. (Bettelliedstrophe.)
Beispiel:
Ich und niein junges WeibKönnen schön tanza,
Sie mit dein Bcttelsack,
Ich mich dem Ranza.
Schenkt mir mal bayrisch ein,
Woll'n mal lustig sein,
Bayrisch, bayrisch, bayrisch niuß's sein,
(Bettellied, s. Büschings Volkslieder S. 61.)
L. Andere Schemata und unregelmäßig gegliederte sieben-zeilige Strophen.
1. u a u, a u, a a.
Diese eintönige Form finden wir bei Rudolf dem Schreiber (v. d. HagensMinnesinger II. 264. Nr. 1) sowie bei Walther von der Vogelweide (ebend.1. 253. Nr. 64).