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gaben. Man nannte sie auch Schlangenlieder, oder auch Zickzacklieder. DerSkoliensänger mußte einen Lorbeer- oder Myrtenzweig in die Hand nehmen,der sodann dem solgenden Sänger überreicht wurde. Sie folgten den ersten,dem Lobe der Götter geweihten Gesängen und waren meist scherzhaft, satirisch,launig. Ihr Gegenstand war Liebe und Wein. Zuerst wurden sie von Terpanderaus Antissa (650 v. Chr.) gesungen.
Es giebt Skolieu, deren Versmaß ein besonderes und strenges ist. Meistwaren sie nur einstrophig, wie ja überhaupt die älteste Lyrik in Griechenlandoft mit einer Strophe sich begnügte.
Als Skoliendichter bei den Griechen sind zu nennen: Alkäos, Pindar,Simonides. Die Skolien des Pindar waren länger als die übrigen und derChor tanzte zu ihnen einen Reigen.
Beispiel des deutschen Skolion:
Über meinen eignen KopfBin ich nicht im Reinen,
Hab' ich wie ein andrer Tropf,
Einen oder keinen?
In der Schenke, wann der WeinMir zu Kopfe steiget,
Fühl ich erst, der Kopf ist mein,
Ünd der Zweifel schweiget. (Rückert.)
Wenn einst der alte KnochcnhauerMit unserm Freunde Punktum macht,
So werde ihm statt aller TrauerEin Gläschen Wein aufs Grab gebracht.
Dies nehm' er als Viaticum
Hinüber in's Elysium. (Trinkspruch.)
Man vgl. noch die vielen meist einstrophigen Rundgesänge und Trink-sprüche unserer Kommersbücher; ferner Matlhissons Skolie (Gedichte S. 75) rc.
tz 67. Elegisches Liest.
Man versteht unter elegischem Lied das Lied, welches sanfte, leiden-schaftslose Empfindungen erklingen läßt, z. B. ruhige Klagen über ent-schwundenes Glück, zarte Wehmut, füße Sehnsucht. Sein Charakterist somit Ruhe und sanftes Gefühl.
Elegisch sind alle Lieder, welche der Sehnsucht und der Bangigkeit, demTrennungsschmerz und der Trauer klagenden Ausdruck verleihen, welche das Ver-welken, das Vergehen alles Schönen, Erhabenen, Edlen betrauern, welche zutrösten versuchen, deren Grundton (man vgl. viele Liebeslieder, Heldenlieder,Vaterlandslieder, Freiheitsgesänge rc.) Trauer um ein verlorenes oder wenigstensum ein bedrohtes Ideales ist.
Von der im heroischen Aufschwung einherschreitenden Elegie (ß 75) unter--scheidet sich das sanfte, gemütsinnige, elegische Lied dadurch, daß es der un-mittelbare Erguß voller subjektiver Empfindung, also reiner Lyrik ist, während