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Ich seh', ich sehe schon, — o freut euch, Preußens Freunde! —
Die Tage deines Ruhms sich nahn.
In Ungewittern ziehn die Wilden stolz heran;
Doch Friedrich winket dir! Wo sind sie nun, die Feinde?
Du eilest ihnen nach, und drückst mit schweren EisenDen Tod tief ihren Schädeln ein,
Und kehrst voll Ruhm zurück, die Deinen zu erfreun,
Die jauchzend dich empfahn, und ihre Retter preisen.
Auch ich, ich werde noch, — vergönn' es mir, o Himmel! —
Einher vor wenig Helden ziehn.
Ich seh' dich, stolzer Feind! den kleinen Haufen fliehn,
Und find' Ehr' oder Tod im rasenden Getümmel.
Als Beispiel einer liedartigen Ode diene noch die von Dankbarkeit und vor-urteilsfreier Anerkennung zeugende Ode Rudolf Niggelers an Johannes Minck-witz, dem bedeutendsten Odendichter der Gegenwart, der über 200 gehaltvolleOden dichtete und viele antike übersetzte:
Segen dir Minckwitz, zu dem Tage Segen,
Wo du wardst, aus stiller bescheidner HütteHinzuwall'n auf felsigem Psad zum hohenTempel der Musen!
Segen dir, Vorkämpfer der goldnen Wahrheit,
Der du mutvoll kämpftest mit jenen Buben,
Welche Schmach aufhäuften der fern gebrochnenHarfe von Platen!
Der du kühn eindrangst, wie Achill, und deinesFreundes Leichnam feindlicher Wut entrissest,
Und mit Purpur schmücktest und immergrünenKronen von Lorbeer.
Was die Zeit mir reiset an holden Früchten,
Darf ich dir als Opfer zu Füßen legen,
Darf des Lied's Alprosen zu deines BusensZierde dir pflücken!
Segen dir, tonreichste der Nachtigallen,
Welche Hellas' sonnige ÄunstgefildeJe besucht, und wiedergekehrt zu DeutschlandsRauschendem Eichwald
Jener Lenzflur Düfte verströmt im Sänge!
Segen dir, hellwirbelnde Himmelslerche,
Deren Festlied hoch vom azurnen BogenWürdig zu Klopstocks
Voll Begeist'rung schwellendem Sang herabklingtUnd zur maßvoll tönenden Weise Platens! —
Doch das Volk hört lieber das regelloseZwitschern des Sperlings!