Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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I). Die Römer. Ihre Begeisterung für griechische Kunst und Wissen-schaft trieb sie zu eigenem Schaffen an. Wenn ihre Pflege der Lyrik auchhinter den griechischen Leistungen zurückstand, so waren die lyrischen Dichterimmerhin bedeutend genug.

Horaz (von Ramler, Binder, Kayser u. a. übersetzt) schrieb seine Lyrikenmeist in der strengen Odenform. Sein Zeitgenosse Tibull schrieb vier BücherElegien, die von I. H. Voß übersetzt sind.

Propertius, ö Jahre jünger als der vorhergehende, dichtete ebenfalls Elegien.

Catull (gest. 54 v. Ehr.) schrieb 2 große Hochzeitslieder u. a.

Publius Ovidius Naso, gewöhnlich Ovid genannt (geb. 43 v. Chr.),starb 17 n. Chr. in der Verbannung in Tonn (jetzt Anadol-köi bei Küstendscheam schwarzen Meer). Seine „Klagelieder" atmen tiefen Schmerz über die Ver-bannung. Er schrieb zuerst „Heroiden" (21 an der Zahl) u. s. w.

c. Die Hebräer. Die Religiosität ist das Grundgefühl der Lyrik diesestheokratischen, unter spezieller Leitung Jehovahs stehenden Volkes. Den ältestenSiegesgesang stimmte Moses an nach dem Durchgang durchs rote Meer. Samuelerrichtete Prophetenschulen, in denen die Lyrik gepflegt wurde. David <1055bis 1015 v. Chr.) zeigte sich in seinen Psalmen als bedeutender Lyriker.Salomo (1015—975) hinterließ in dem zur Vermählung seiner Tochter mitdem ägyptischen Könige Hophra gedichteten „Hohen Liede" eines der wertvollstenlyrischen Gedichte. Auch bei den Propheten findet sich viel Lyrisches z. B.Jeremias (Klagelieder), Jesaias (Babels Fall), Ezechiel (Fall des Königs vonTyrus), Habakuk (Klaggesang) u. s. w. Vgl. auch das Buch Hiob u. a.

ä. Die Italiener. Den weichen Charakter der vokalreichen volltönendenSprache der Italiener trägt auch ihre gefühlswarme, für den Gesang prä-destinierte Lyrik. Der bedeutendste Lyriker der Italiener war: Petrarka (geb.1304 n. Chr.). Seiner lateinischen Gedichte wegen wurde er zu Rom alsDichter gekrönt. Seine Kanzonen und Sonette, die er seiner Lauxa widmete,sind mustergültig. (Er wurde von K. Förster in's Deutsche übersetzt, auch vonJoh. Gotthard von Reinhold.) Noch sind zu nennen Pietro Bembo (ch 1547),Alamanni ( s 1556), Giovanni dclla Casa ('s 1556), Torquato Tasso (ß 1595),Filicaja (s 1707), Carlo Gozzi (s 1806), Giuseppi Giusti (si 1880), deritalienische Beranger, Goffredo Manelli, der Theodor Körner Italiens währenddes Krieges 1859, und besonders Giac. Leopardi (f 1837) und AlessandroManzoni (ß 1873), welch' beide man als die Vorbilder der beiden Haupt-richtungen bezeichnen kann, die sich in jüngster Zeit in Italien geltend gemachthaben.

s. Die Spanier und Portugiesen. Der Jahrhunderte währendeKampf des Christentums in Spanien mit dem Islam entfaltete die religiöseLyrik, die sich durch Prachtliebe und Innigkeit ^>es Gefühls auszeichnet. Lopede Vega (P 1635 n. Chr. mit dem Beinamen „das Wunder der Natur"),dichtete wunderbar innige geistliche Lieder. Einige sind von Diepenbrock im„geistlichen Blumensträuße" deutsch übersetzt. Von Lyrikern unseres Jahr-hunderts sind zu nennen: Lista y Aragon, Jose Joaquin de Mora, Martine;