Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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b. Wenn Einer deiht (thut)? wat hei deiht, denn kann hei nich mihrbauhn (thun), as hei deiht.

Aus Lauschen un Rimels, von Reuter. (Sämmtl. Werke II. 54.)

„Na, Corl, wo (wie) is Di dat denn gähn?" — (gegangen.)

,,„JH, Herr, dat gung jo doch noch so"" —

„Na, heft Di düchtig 'rümmer slahn!" —

„„Ja, Herr, taulctzt bi Waterlo."" —

„Dor heft Di denn woll eklich fecht't?" —

„„Ja, ümmer drus! as Müchert seggt."" —

„Wo was dat denn? Verteil (erzähle) doch blos!"

„„Je Herr, ick güng' e stiw up los, (ich ging da steif draus los)

Un as ick irst so recht in Grimm,

Dünn haut' ick rechtsch un linksch herum,

Un, Herr, den Einen haut' ick — den Einen!

Den'n haut' ick beide Beinen as.""

„De Beinen? — Wo? Woso, dc Beinen?

Worüm haut'st em den Kopp nich 'ras?" —

„„Je, Herr, de Kopp, de was all as."" (der war schon ab.)

Litteratur des Humors.

Beispiele des Humors finden sich am anschaulichsten in jenen größerenDichtungsgattungen, in welchen sich der menschliche Charakter am freiesten ent-wickeln kann, also in Romanen, Schauspielen, Novellen. (Ich verweise bei-spielshalber auf die humoristischen Romane I 58, 69, sowie 4. Hptst.d. Bds; ferner auf H. Heines Romancero; endlich auf einzelne DramenShakespeares, den Aug. Siebenlist den unübertroffenen Meister des Humorsnennt, über den sich I. L. Klein in seiner epochebildenden Gesch. des DramaXII. 556, sowie der Fabeldichter Jos. R. Ehrlich in seiner kleinen, 1878erschienenen Schrift: Der Humor Shakespeares verbreitet. Vgl. des Näherendas vortreffliche Werk: Schopenhauers Philosophie der Tragödie vonAug. Siebenlist. 1880. S. 405 ff., wo der geistvolle Interpret des Philo-sophen des Pessimismus erschöpfend ausführt, wie der subjektive Humor —den Schopenhauer den hinter dem Söberz versteckte» Ernst nennt — als spezifischeErrungenschaft der aus dem Christentum beruhenden neuzeitlichen Tragödie eingleichfalls ästhetisches, unendlich höher stehendes Kompositionsmoment sei, alsdie objektive Ironie u. s. w.). Doch giebt es genug kleinere didaktische Dich-tungen, welche die freie Entfaltung des Humors begünstigen. Es sind in derRegel dieselben Dichter, welche neben größeren Dichtungen auch kleinere humo-ristisch zu halten verstanden, wodurch sie sich als Humoristen erwiesen. Wirnennen von den deutschen: Claudius, Lichtenberg, Jean Paul, Tieck, Musäus,Mises, Heine, Aug. Kopisch, Eichrodt, Alex. Kaufmann (Der Student vonOxford), Gottfr. Keller, Scheffel, besonders aber Eckstein, Schmidt-Cabanis undFritz Reuter, welchen der wahre freie Humor eigen ist, jene innige Mischungvon Witz, Laune und Gemütlichkeit, die ebenso im Kopf wie im Herzen desDichters ihren Ursprung hat und daher auch Geist und Gemüt des Lesers