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schildert, das einfache, schlichte, glückliche Treiben von Menschen, diemit der Natur anmutig Verkehren.
2. Sie ist der Elegie verwandt.
3. Sie hat kein feststehendes Versmaß.
1. Nicht das Bestreben, vor Störendem bewahrt zu sein, und nicht dieträumerische Behaglichkeit am Abgeschlossenen und Abgegrenzten ist Merkmal desIdylls, wohl aber die Liebe zum Ländlichen, die Sehnsucht nach der Einfach-heit und Natürlichkeit ländlicher, ungekünstelter Zustände und Verhältnisse. Bischersagt: „Aus der unbefangenen Einheit der Natur und Kultur geht die arkadischeBeseligung hervor."
Bilder aus dem einfachen Hirten-, Fischer-, Jäger-, Winzer- und Schäfer-leben sind der Idylle am liebsten.
In neuerer Zeit hat man auch in die Idylle Personen hereingebracht, die(wie Landgeistliche, Beamte und Lehrer) erfolgreich in das Naturleben ihresOrtes eingreifen. Dadurch wurde sie erweitert, ohne zum Epos geworden zusein, bei welchem ein der Idylle fremdes, großartiges Gepräge nicht fehlen darf.Nur harmlose Kinder der Natur voll sanfter Gefühle treten in der Idylle auf;verwickelte und fremde Verhältnisse, gewaltige Ereignisse, eine zu große Anzahlhandelnder Personen rc. verstoßen gegen ihr Wesen, weil die Seele des Leserszu sehr auf den weiteren historischen Verlauf der Thatsachen hingelenkt unddadurch verhindert würde, einen verweilenden Blick auf die Bäume und Blumen rc.zu werfen, die schmückend die Scene beleben. Daher hat Gervinus Recht, wenner meint, die Idylle sei da zu Haus, wo Mangel an bewegter Geschichte ist.Ziererei und höhere Lebensverfeinerung kennt die Idylle nicht, ihr Stil ist ein-fach, naiv, wohl zuweilen warm und lebhaft, nie aber leidenschaftlich. IhrCharakter ist der des Anmutigen, Lieblichen. Im Idyll muß sich jeder zuHause fühlen, alles muß bekannt, verständlich sein, das niedere Leben, diegemächliche Alltäglichkeit in Stadt und Land (d. h. eine Welt, in der nichtsGroßes geschieht, deren Geschichte ohne Geräusch langsam dahinfließt), muß dieScene bilden. Daher schrieben Opiv, Geßner, Maler Müller ihre Idyllen inProsa. Wo es dem göttlichen Knaben Hermes im bekannten Homerischen Hymnuswohl wird in der heimlichen Grotte seiner Mutter, singt er nicht nur von ihrerLiebe, sondern auch von ihrem Hausrate, von ihren Kesseln und Dreifüßen.
Das Idyllische findet man zuweilen auch in andern Dichtungsgattungen,z. B. im sog. idyllischen Epos (Goethes Hermann und Dorothea), oder in densogenannten idyllischen Schäferspielen, einer besonderen Art von Dramen des17. Jahrhunderts, oder in den Dorfgeschichten (z. B. Auerbachs und Schaum -bergers, welche einzelne reizende idyllische Bildchen in Prosa liefern). Die Bibelenthält Manches, was den Charakter der Idylle an sich trägt, z. B. das BuchRuth. Der Jliade fehlen (Hektors Abschied und eine Scene auf Achills Schildabgerechnet) die idyllischen Züge, ebenso unseren! Nibelungenepos, während mansie in der Odyssee (z. B. Schilderung des Naturparks der Kalypso Oä. L.55 ss.) findet.