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loses Spiel, indem sie sich über die gemeine Wirklichkeit und derenursächlichen Zusammenhang hinwegsetzt.
Neben den Personen und Gegenständen der wirklichen Welt treibenZauberer, Riesen, Hexen, Zwerge, Kobolde, Gnomen, Feen und Elfenim Märchen ihr traumhaftes Spiel. Auch den Tieren und selbst leblosenDingen verleiht es die Sprache. Es macht das Unmögliche möglich.
2. Es hat eine ganz bestimmte Anordnung (Disposition).
3. Die Märchen sind ihrem Ursprung nach Reste der Mythologie.Der Inhalt der späteren Märchen ist erdichtet.
4. Sie unterscheiden sich von der Sage wie von der Geschichteund von der Mythe durch ihren erdichteten Stoff.
5. Man teilt sie ein in Feenmärchen, Volksmärchen, Kinder-märchen, Hausmärchen.
6. Von besonderer Bedeutung für die Bildung unserer Jugendsind die Kindermärchen.
7. Die äußere Form des Märchens ist meist die ungebundeneRede, zuweilen auch der Vers.
1. Das Wort Märchen stammt aus dem Altdeutschen her,- es ist dasDiminutivum vom mittelhochdeutschen rnnsrs, althochdeutsch raüri, gotisch rnsritüa.Gerücht, insrsua verkündigen. (Appenzell. heute noch ruasisn — öffentlichbeschließen.)
Die Verkleinerungsform „Märchen" war ursprünglich die verächtliche Be-zeichnung einer erdichteten, kindischen, albernen, unglaublichen Märe. DerGrundzug des Märchens ist das Phantastische, Wunderbare, das Übernatürliche,die Verzauberung, Verwünschung, Verwandlung, Seelenwanderuug (Metamor-phose). Die mythisch ausgesponnene Sage wird zusammengedrängt, verkleinert,um sich jenen Volksschichten (Kindern und diesen ähnlichen Gemütern) anzupassen,bei denen sie schließlich noch Raum finden kann, weil bei ihnen die Phantasieam mächtigsten ist.
Nach Herder ist das Märchen ein zauberischer Traum der Wahrheit, ausdem wir nur ungern erwachen, nachdem wir uns durch denselben in's Reichder Geister versetzt fanden.
Des Märchens Heimat sind am liebsten waldige Gegenden, in denenZauberer, Kobolde, Riesen, Feen und andere wunderbare Wesen Hausen. WennTiere im Märchen auftreten, so geschieht dies nicht allegorisch, sondern in derwirklichen Absicht der Mitteilung, fern aller Belehrung. Somit hat das Märchenmit der didaktischen Tierfabel nichts gemein.
2. Die Teile des Märchens sind: n. „Es war einmal", d. h. ein kind-licher, unschuldsvoller Zustand des Glücks z. B. Schneewittchen. l>. Eintritteiner feindlichen Macht, um den glücklichen Zustand zu ändern: Zauberer:Hexen; Verwünschung. «. Sieg des Guten: Entzauberung; Eintritt unermeß-lichen Glücks. — Die Entwickelung des Knotens wird herbeigeführt mittels un-gewöhnlicher Kräfte, sowie durch die Lösung eines die höheren Wesen des Märchensbindenden Schicksalschlusses, durch menschliche Unschuld und Beharrlichkeit.