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Boppard wunderbar gerettet. Als sie einst an der Stelle des Zweikampfs umKonrads Glück betet, tritt ein Pilger herzu, der an derselben Stelle um dergetöteten Maria Seelenheil den Himmel anflehen will. Die Liebenden erkennensich. Der Bund fürs Leben wird geschloffen.
Probe aus Ritter Konrad Bdyer von Boppard, von K. Hof-mann von Nauborn. (1874. S.
Es schwellt der Waffen Heller Klang,
Wie fröhliche Musik die Brust,
Der jungen Ritter Thatenlust;
Sie wagten manchen scharfen Gang.
Doch keiner war, der kühner, freierDas Roß gelenkt mit fester Hand,
Geführt die Waffen so gewandt,
Als Herr von Boppard, Konrad Veyer.
Als Knappe schon erprobt im Feld,
War er im Spiel des Tages Held.
Und würdig, nach des Rechts Verlangen,Den Ehrenpreis heut' zu empfangen.
Hier scharrt ein edles Roß im Sand,
Dort blinkt ein Kranz in zarter Hand:
Die sollen als des Ruhmes Kronen,
Den jugendlichen Ritter lohnen.
Hei, wie der Held auf's Pferd sich schwingt!Das ihm ein Knappe zugeleitet;
Der Jubel schallt, Musik erklingt,
Als stolz er durch die Schranken reitet.
Wie schaute mancher RittersmannVoll Neid den Ritter Konrad an!
Manch' holdes Frauenangesicht,
Errötend wie das Morgenlicht,
Verklärt ein süßgeheimes HoffenVon Konrads Falkenblick getroffen.
Wohl gern hätt' jede zarte Hand,Durchbebt von innerem Frohlocken,
Den gold'nen Kranz am blauen BandGelegt auf Konrad's dunkle Locken;
Doch nur der lieblichsten von allenWar dieses Glückslos zugefallen.
Marie von Sponheim strahlte weitEin Stern der Schönheit ihrer Zeit:
Aus ihren blauen Augen brichtEin herz- und geistdurchsonnend Licht;
Die Locken um die Stirne holdWetteifern mit der Sonne Gold;
Es glüh'n die Wangen lieblich klarWie ein aufquellend Rosenpaar,
Und aus des Mundes Purpurschein
10 .)
Erglänzen lichte Perlenreih'n;
Sanft wogt das Ebenmaß der GliederGleich einer Lilie auf und nieder.Fürwahr, so herzgewinnend traut,
So reich an Lieblichkeit und GüteWard keine Jungfrau noch geschaut:
Sie war der Blüten schönste Blüte!
Mit holdem Blick und leichtem SchritteTritt sie aus hoher Frauen MitteHinaus zu des Altanes Stufen,
Wohin mit Hellem HörnerschallNun Ritter Konrad ward berufen.
Stolz schritt er durch die Ritter all',
Und von der Schönheit Glanz umgebenBeugt er das Knie mit süßem Beben,
Wie wenn ein Falke, nie besiegt,
Sich zu der Taube Füßen schmiegt.
Bald fühlt er auf der Stirne Rand,
Wie sie den gold'nen Kranz beglücktIhm zitternd auf die Locken drückt,
Ihn leicht berührt mit zarter Hand.
Ihm war's, als ob des Maien ScheinFrisch strahle in fein Herz hineinUnd wolle feines Panzers EngenMit allgewalt'ger Flamme sprengen.
Die zarte Hand, die ihn beglückt,
Er zitternd an die Lippen drückt.
Von allen Seiten auf ihn schauenDie Ritter und die Edelfrauen.
In süßem Rausche, fast verlegen,
Nimmt er Glückwünsche rings entgegen;Musik erschallt, in frohen WeisenDes Tages Helden laut zu preisen.
Und während so der Jubel weilt,
Maria ist hinweg geeilt;
Süß träumend tritt verklärt sie einBescheiden in der Frauen Rcih'n.
Was ihre Seele süß erschüttert,
Das spricht nicht aus ein ird'schet Mund;Wie's ihr im Busen wogt und zittert,
Kein Dichtergriffel thut es kund! —
Litteratur des neuromantischen Epos.
Romantische Epen haben außer den Erwähnten geschrieben: Wieland(Jdris und Zenide, in 5 Gesängen): Fouquö (Sigurd der Schlangentöter);Heinr. von Nicolai (si 1820, Reinhold und Angelika): Alxinger (Doolin vonMainz); Jmmermann (Die vortreffliche Bearbeitung des Epos Tristan undIsolde); K. E. Ebert (Wlasta); Pope (Treuer Eckart); A. Müller (RichardLöwenherz und Alsonso); Böttger (Habanna); Grötsch (Der Zug der Normannennach Jerusalem): Teuscher (Saladin); Grün (Der letzte Ritter); Platen (DieAbassiden in 9 Gesängen, in welchem Gedichte die Abenteuer der Söhne desHarun al Raschid geschildert werden, vgl. I. 329); Herder (Eid, ein nachspanischen Romanzen bearbeiteter, ein romantisches Epos bildender Romanzen-Beher, Deutsche Poetik, ll. 21