Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Zeno und Sebastopol; A. Schutts Ludwig XVI.,' Überhörst» Dersflinger;Pressels Sickingen; Als. Meißner» Ziska; Hgmerlings König von Sion; ToblersWinkelried; Roquettes St. Jakob; Gruppes Albion; Aug. Frankls ChristophoroColombo; Rebenstocks Walhalla; Joh. Haupts klares, keusch gehaltenes Albungen-lied; G. Fischers Haspinger (Ulm, 1859); Herm. Daums Johs. Hus; AlfredMeißners Ziska; Fed. Köppens Preußens Erhebung; Schlesingers Vindobona;W. Osterwalds König Älfred, und besonders das (Barbarossas Liebeslebenbehandelnde) ergreifende Epos Gela von dem formgewandten bayrischen Mit-vertreter (neben H. Lingg) der historischen Lyrik Karl Zettel u. a.

K 124. Das komische, humoristische, satirische Epos.

Das komische Epos wird in der Regel als Gegensatz des klassischenoder ernsten (erhabenen) Epos angesehen, da es häufig nur eine Pa-rodie desselben ist. Es erstrebt, durch Vorführung des Lächerlichen(der menschlichen Beschränktheit) das ewig Gültige zur lebendigen An-schauung zu bringen, zu unterhalten.

Das Gefühl des Lächerlichen wird erzeugt durch die eigenartige Charakter-zeichnung des zur drolligen Figur heruntergestimmten Helden und durch diebesonderen Verhältnisse, die der letztere zu bekämpfen hat, oder durch dieWirkung des Kontrastes (I. 102). Der Dichter behält zuweilen den erhabenenStoff bei, den er in niederer Ausdrucksweise travestierend behandelt (z. B.Blumauers Äneide). Oder er wählt den Stoff aus dem niedern Leben undbehandelt ihn parodierend pathetisch, so daß er selbst beim Unbedeutendstenmit scheinbarem Ernst oder mit schwungvoller Rede, mit wichtig thuender Miene rc.verfährt, wie es beispielsweise in folgenden Dichtungen geschah: Popes Haar-lockenraub; Butlers Hudibras; Zachariäs (der eigentlich das komische Helden-gedicht in unsere Litteratur einführte) Schnupftuch, Der Phaekon, Renommist,Murner in der Hölle; Taffonis Geraubter Wassereimer u. s. w. Endlich kanner aber auch niedern Stoss in niederer derb-volksmäßiger Form behandeln(z. B. Jobsiade von Kortüm in Knüttelversen, ein Meisterstück witzigen, drolligenHumors, dessen 2ter Teil, in welchem der Dichter den gestorbenen HeldenJobs wieder aufleben, sich ändern und ein vernünftiges Leben führen läßt,matter als der erste ist).

I. Die Eselsjagd, von Fritz Hofmann. Dieses Epos mitBildern von Sundblad rc. ist bereits in 2. Auflage erschienen.

Inhalt: Im Weichbild der berühmten Weimarschen Töpserstadt Bürzelhatte man vor Zeiten alle Hasen ausgerottet und noch nie einen Esel gesehen.Einem wandernden Krämer entläuft nun einst dort sein Esel. Ein Jäger fliehtvor ihm und meldet die Anwesenheit dieses Untiers dem Rate der Stadt Bürzel,der es für den Urhasen erklärt. Große Jagd. Der Esel wird durch einenSchmied erlegt, der für seine Heldenthat die Tochter des Wirtes erhält. ZumBey er, Deutsche Poetik. II. 22