4. Jean Pauls SicbenkäS.
5. Schillers Geisterseher.
6. Gustav Freytags Soll und Haben.
7. Luise von Franyois Die letzte Neckenbnrgerin.
8. Scheffels Ekkehard.
9. Ebers Ägyptische Königstochter.
10. R. Hamerlings Aspasia.
11. Gottsried Kellers Der grüne Heinrich.
2. Für Kenntnis des Stil-Fortschritts beschränken wir uns unsnachstehende drei charakteristische Stilproben cpochebildender Werke aufdem Gebiete der Romanlitteratur:
1. aus dem Humorreichen Romane Simplicissimus, dem hervorragendstenlitterarischen Erzeugnisse des 17. Jahrhunderts (Analyse s. I 52.)
2. aus dem bedeutungsvollen, die Erziehung der Menschheit zur Tugenddarstellenden philosophischen Roman Agathen, dem Lieblingswerke Wielands,dem Vorbild aller Ritterromane und späteren Romane aus der letzten Hälftedes 18. Jahrhunderts. (I 54).
3. aus dem vortrefflichen Roman Der grüne Heinrich von Gottfried Kelleraus der letzten Hälfte unseres Jahrhunderts. (Neue Ausgabe 1880.)
Stilproben aus drei Jahrhunderten.
1. (17. Jahrhundert.) Stilprobe aus Hans Jakob Christosfel vonGrimmelshausens Simplicissimus, das ist: Beschreibung des Lebens einesseltsamen Vaganten, genannt Melchior Sternfels von Fuchsheim. (In der Neu-zeit herausgeg. durch Brockhaus, Reclam und Meyer.) Neunzehntes Kapitel.
Wie Hanau von Simpliciound Simplicius von Hanau eingenommen wird.
Da es tagte, fütterte ich mich wieder mit Weizen, begab mich zum nächstenauf Gelnhausen und fand daselbst die Thore offen, welche zum Teil verbranntund jedoch noch halber verschanzt waren. Ich ging hinein, konnte aber keineslebendigen Menschen gewahr werden; hingegen lagen die Gaffen hin und hermit Toten überstreut. Meine Einfalt konnte nicht ersinnen, was vor ein Un-glück das Ort in einen solchen Stand gesetzt haben müßte. Ich erfuhr aberohnlängst hernach, daß die Kaiserische Völker etliche Weimarische daselbst über-rumpelt. Kaum zween Steinwürfe weit kam ich in die Stadt. Als ich michderselben schon satt gesehen hatte, kehrte ich wieder umb, ging durch die Auenebenhin und kam auf eine ganze Landstraße, die mich vor die herrliche Fe-stung Hanau trug. Sobald ich deren erste Wacht ersähe, wollte ich durchgehen;aber mir kamen gleich zween Musketiere auf den Leib, die mich anpackten undin ihre Corps de Garde (Hauptwache) führten. Ich muß dem Leser nur auchzuvor meinen dermaligen visierlichen Aufzug erzählen, ehe daß ich ihm sage,wie mir's weiter ging; denn meine Kleidung und Gebärden waren durchausseltsam, verwunderlich und widerwärtig, so daß mich auch der Gouverneur hatabmalen lassen. Erstlich waren meine Haare in dritthalb Jahren weder aus