Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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den historischen Roman begründete. (Inhalt: Don Rodrigo, ein vornehmerWollüstling, welcher sein Auge auf die Braut eines Seivenwebers gerichtethat, hintertreibt deren Trauung,- doch kann er nicht Erhörung finden. Die poetischeGerechtigkeit läßt ihn durch die Pest hinwegraffen, worauf die Verfolgte denGeliebten heiratet. Goethe urteilt über diesen Roman, „man werde von derBewunderung zur Rührung, von der Rührung zur Bewunderung hingerissen".)Die bedeutendsten Nachfolger Manzonis, zu denen fast alle berühmten Staats-männer zählen, sind: Giov. Rosini aus Pisa; Ces. Cantn (Margherita Pusterla,Mail. 1837); Lucrezia Marinella (L'Enrico Mail. 1844); Massimo d'Azeglio;Domenico Guerazzi, besten letztes Werk Lsutrios Oenei berechtigtes Aufsehenerregte u. a.

III. Spanien. Die Romane (novsla) erblühten hier aus der romanischenDichtung. Ursprünglich waren es gehaltlose Ritterromane. Ton Miguel LeCervantes de Saavedra (ch 1616) in seinem humoristischen Don Onijote, d. i.Leben und Thaten des sinnreichen Junkers Don Ouijote aus der Mancha,parodierte dieselben. Übersetzt wurde derselbe u. a. von E. Zoller.

(Inhalt des Ton Ouijote: Ein durch die Lektüre von Nitterromanenüberspannt gewordener Landedelmann, der Alles glaubt, was die Romane er-zählen, faßt den Entschluß, fahrender Ritter zu werden. Zur Rüstung wählter Wafsenstücke verschiedener Zeiten und zum Knappen den Bauern SanchoPansa, einen gutmütigen, einfältigen, täppischen, zuweilen schalkhaften Menschen,der gern lügt und besonders das Essen liebt. Windmühlen sieht er für Riesenan, Wirtshäuser für Ritterburgen, Stalldirnen für Ritterfräulein. Man er-klärt ihn endlich für toll und bringt ihn in die Heimat Zurück, wo er in eineKrankheit verfällt, nach welcher er seine vernünftige Anschauung wieder erlangt.Der Roman wurde vielfach nachgeahmt, z. B. vom Engländer Butter imHudibras; von Wieland im Ton Sylvio von Rosalva u. a.) Cervantes wurdeBegründer des Liebesromans. Ende des 16. Jahrh, entstanden auch diekomischen (Schelmen-) und die Schäfer-Romane. Die Bewunderung für WalterScott schuf den historischen Roman Gomez Arias von Telesforo de Trueba yCosio. Man übersetzte die englischen Romane. Beliebte Originalromanc ent-hält die Oolsoeion äs novslas Iiistorions 1832—35. Gefeierte Roman-dichter sind: Espronceda, Soler, Mariano Joss de Larra, Jörge Montgomery,Fernan Caballero (begr. d. span. Sittenroman), Perez Galdos, Juan Valera,Fernandez Y Gonzales u. a.

IV. Frankreich. In Frankreich gab es zuerst prosaische Ritterromane.Diese wurden sodann im 16. Jahrh, verdrängt durch den weltberühmten phan-tastischen, witzsprudelnden, aber auch unflätigen satirischen Roman des Fran^oisRabelais: Pantagruel und Gargantua rc. (Inhalt: Der Riese Gargantua nimmtaus der Notre-Tame-Kirche in Paris die Kirchenglocken weg und hängt sieseinem Riesenroß als Schellen an. Er schlichtet den Krieg der Bäcker undWeinbauern und stillt seinen Durst mit Lattichsalat, wobei er sechs im Salatversteckte Pilger beinahe mit verschluckt hätte u. s. w. Der Roman verhöhntdie politischen Institutionen seiner Zeit und bietet vortreffliche Gedanken über