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1. Tiecks Zauberschloß.
2. Schillers Der Verbrecher aus verlorener Ehe.
3. Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.
4. Mörikes Mozart aus der Reise nach Prag.
5. W. Hauffs Die Bettlerin vom koub äos urt8, sowie Phantasienim Bremer Ratskeller.
6. Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts.
7. Leopold Schefers Die Überschwemmung.
8. Ebers Eine Frage.
9. Ludwig Foglars Glaubensselig.
10. Prinz Emil zu Schönaich-Carolaths Tauwasser.
11. Paul Heyses Novellen in Versen, ferner Marion, und LÄrrabbiata.
12. Gottfried Kellers Die Leute von Seldwyla, Züricher Novellen undDas Sinngedicht.
II. Für Illustration des Stilsortschritts und der Stileigenheitbeschränken wir uns auf drei charakteristische Proben:
1. aus Tiecks Zauberschloß, einer jener ersten Novellen, durch welcheeine freiere Form der Novelle eingeleitet wurde;
2. aus LÄrrabbiata von Paul Heyse, einer der vorzüglichstenNovellen der Gegenwart:
3. aus einer dramatisch gehaltenen Frauennovelle (Durch Leid zuFreud) von der gern gelesenen Novellistin L. A. Weinzierl.
1. Aus Das Zauberschloß von Tieck.
„Nur nicht auf diese Art raisonniert!" rief der alte Freimund aus;„das Leben läßt sich nun einmal nicht so betrachten und noch weniger nacheinigen Maximen einrichten. Hast du nicht die Fähigkeit, jeden einzelnen Fallrecht als einen einzelnen, aus seinen fernen und nächsten Bedingniffen heraus-gestalteten zu erwägen, ihn mit Geschicklichkeit nach seinen Umständen zu lenken,und ihn so seiner Bestimmung entgegenzuschicken, so wirst du niemals einbrauchbarer Geschäftsmann werden, ja, auch als Privat immer nur an Zufällig-keit laborieren, ohne deines Lebens froh zu werden!"
„Zufälligkeit, Zufälle!" antwortete ihm Schwieger: „diese sind es jaeben, die uns allenthalben zu thun machen. Und vollends, wenn nun gar,indem noch obenein, wenn etwa — —"
„Donnerwetter!" rief Freimund, indem ihm der Wachsstock aus der Handfiel, mit welchem er mühsam in einen Wandschrank hineinleuchtete; „Sebastian!Angezündet!"
Der Diener kam, hob die Wachsschere vom Boden auf und Freimundlegte tiefatmend das lange thönerne Rohr, an welchem er geraucht hatte, aufden Tisch. Mit einem Seufzer setzte er sich auf den Sopha, in tiefen Gedankenverloren. Der Diener brachte das Licht, Freimund nahm es in die Linke, diePfeife in die Rechte, und ging wieder an den Schrank, mühsam und ängstlichin Papieren suchend, indem ihm große Schweißtropfen von der Stirne rannen.Es war in den heißesten Tagen des Julius und dem Kramenden war es sehr