Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Sein Unfall riß mein Kind so hin mit Kampfbegier.

Wer aber rettet mir mein Täublein aus den KrallenDes Habichts, dem zum Raub der Kampfhahn selbst gefallen?

Thu' ich die Pfort' hier aus, daß ich zur Hüls' ihr eile,

Damit der alte Vogt des jungen Thorheit teile?

Wart' ich geduldig, bis der Himmel und ihr Glück,

Ihr Mut und kluger Rat mir bringt mein Kind zurück? *

Weitere Beispiele von guten dramatischen Monologen sind:

Der Monolog Goethes in Jphigenia auf Tauris (1. Ausz. 1. Austr.:

Heraus in eure Schatten rc.); der Monolog Teils in Schillers Teil (4. Ausz.

3. Scene: Durch diese hohle Gaffe rc.); die Monologe Solimans und Zrinysin Körners Zriny; Wallensteins Monolog in Schillers Wallenstein (I. Ausz.

4. Auflr.: Wär's möglich rc.; ferner: Du hasts erreicht Oktavio rc.) u. s. w.

Lyrisch gefärbt ist der bekannte Monolog Johannas in der Jungfrau vonOrleans (4. Austr. des Prologs:

Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften,

Ihr traulich füllen Thäler lebet wohl!

Johanna wird nun nicht mehr auf euch wandeln,

Johanna' sagt euch ewig Lebewohl! rc. rc.

ferner ebenda: 4. Akt 1. Austr.: Die Waffen ruhn rc.); ebenso der Mo-nolog in Torquato Taffo (4. Akt 5. Austr.: Ja gehe nur und gehe sicher »

weg rc.) u. s. w. Man vgl. auch die Monologe in Grandjeans Lorenz Schlau-meier, ferner Saphirs Das Sololustspiel; Pauls Er kommt; Görners Er kommtzu spät; Blondels Der höhere Bummler; Haffners Jsaias Luchs; GörnersTheatralische Studien; Leiden eines Choristen von Levassor; Blochs komischeSoloscenen; Kühlings Album für Soloscenen rc. rc.

ß 151. Dialog.

1. Dialog ist eine Unterredung: im engeren Sinn zwischen zwei.im weiteren zwischen mehreren Personen. sS. 54 d. Bds.)

2. Man unterscheidet lyrische, didaktische, epische und dramatischeDialoge.

Wie der Monolog so vergegenwärtigt auch der Dialog die Stimmungeines Menschen oder einer bestimmten symbolisch aufgefaßten Zeit.

Man nennt ihn der äußeren Form nach lyrisch, wenn die einzelnen *

Personen ihre subjektiven Gefühle aussprechen; didaktisch, wenn durch ihneiner bestimmten Lehre Ausdruck gegeben werden soll; episch, wenn er derMitteilung eines Ereignisses dient, also erzählender Natur ist. Im dramatischenDialog muß Handlung sein, d. h. durch denselben muß sich mehr oder wenigerdeutlich irgend ein bestimmter Wille entwickeln, der auf den Gang der Be-gebenheit einwirkt. (Vgl. S. 52.) Der dramatische Dialog muß somit aufein bestimmtes Ziel, auf Entfaltung der Handlung gerichtet sein und den Be-