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II. Eigentliche Dramen.
8 153. Einteilung und Üenennung der eigentlichen Dramen.
Wir teilen die eigentlichen Dramen ein in solche, welche sichzur Aufführung vor unserem heutigen Durchschnittspublikum nicht eignen,(dramatische Gedichte, Buchdramen rc.), sowie in ausführbare, durchihre lebensvolle Handlung theatralisch wirksame Dramen. Wir handelndemgemäß die eigentlichen Dramen in nachstehender Folge ab:
1. Dramatisches Gedicht,
2. Tragödie,
3. Schauspiel,
4. Lustspiel,
5. Posse.
Aristoteles (II. Kap. seiner Poetik) nennt als Charaktere der handelndenPersonen entweder bessere, als zu unserer Zeit, oder eben solche, oder schlechtere:also außergewöhnliche, gewöhnliche und niedere Personen. Die höheren Personenverlangen ernste Darstellung, die gewöhnlichen und die niederen Personen dagegenkönnen erfolgreich nur durch Komik eingeführt werden. Aristoteles unterscheidetsomit zwischen Tragödie und Komödie. Der Unterschied zwischen Komödie undTragödie liegt ihm darin, daß die Komödie niedrigere, dagegen die Tragödie(oder das Schauspiel höheren Stils) vorzüglichere Personen darzustellen be-zweckt.
Für unsere Einteilung und Benennung der verschiedenen Arten des Dramaist die Art und Weise, wie dasselbe schließt, maßgebend. Die höchste Formdes Drama, die Tragödie oder das tragische Drama, hat unglücklichen Aus-gang (Untergang, Tod des Helden). Die Uhr ist bei dem Helden abgelaufen,und bleibt stehen.
Dem tragischen Drama stebt das Drama mit glücklichem Ausgang gegen-über, sowie das edle Lustspiel (Komödie) mit seiner Unterart, der Posie rc.
Ein Drama, welches trotz seines ernsten Gehalts glücklichen Ausgangnimmt, ohne dabei die Heiterkeit des Lustspiels zu teilen, heißt Schauspiel.
- Das Schauspiel liegt also zwischen Tragödie und Komödie in der Mitte.
Eine eigene Art von Drama bildet das sogenannte dramatische Ge-dicht. Es ist wegen Mangels an Handlung wenig für die Aufführung geeignetund kann daher als Buchdrama bezeichnet werden. Wir sichren es zuerst vor.
tz 154. Das dramatische Gedicht.
1. Dramatisches Gedicht nennt man jenes Drama, welches seineDarstellung mehr erzählend als handelnd ausbreitet, welches mehrinnere Empfindungen und bereits geschehene Fakta schildert und imDialog mitteilt, als wahrhafte Thaten in unmittelbarer Präsenz vor