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Der Sohn des Fürsten, — da in diesen historischen Gemälden das subjektiv Lyrischeund Rhetorische dominiert, die Handlung aber mangelnd oder zu unbedeutend ist.
Eine Fortbildung des dramatischen Gedichts zum bühnengerechten sog.historischen Drama hat Raupach in seinem Cyklus Hohenstaufen, sowie Herrigin seinen Werken: „Jerusalem" und „Alexander" versucht, welche großartigeWendepunkte der Geschichte darstellen, den Übergang des Alten zum Neuen,den Kampf geschichtlicher Prinzipien. (Sie wurden nie ausgeführt.) Noch mehrnähern sich dem bühnengerechten Drama W. Molitors Maria Magdalena;Otto Prechtlers Adrienne; ferner von Paumgartens Rudolf von Habsburg;Ed. Nüffers Lorelei; Adolf Calmbergs Jürgen Wullenweber, sowie CalmbergsLeyer und Schwert; Julius Ernsts Der Eremit von Juste; Linggs BertholdSchwarz; Ferd. Stoltes Neuer Faust; besonders aber Feod. Wehls HölderlinsLiebe, sowie Fr. Halms Camoöns und sein Saktiges dramatisches Gedicht Gri-seldis, dessen Sprache wie ein über den etwas unnatürlichen Stoss gebreiteter,loser Schmuck erscheint, und dessen Heldin allzu peinlichen Quälereien undPrüfungen ausgesetzt ist rc.
Z 155. Tragödie ^ Trauerspiel.
1. Unter Tragödie versteht man ein trauriges Schauspiel, einTrauerspiel, ein Drama mit unglücklichem Ausgang. Es stellt denKampf eines hervorragenden Charakters gegen die Macht äußerer Ver-hältnisse oder auch der eigenen Leidenschaft so dar, daß der Held,wenn er auch unterliegt, doch moralisch siegt, wodurch die sittlicheIdee Siegerin bleibt.
2. Das Schicksal des Helden erzeugt die tragische Stimmung unddie tragische Poesie, deren Begriff wir I S. 100 entwickeln konnten.
3. Die Tragödie bringt eine höhere Wahrheit zum Ausdruck.Dies nennt man ihre Tendenz.
4. Schon bei den Alten war Tragödie ein erhabenes
Gedicht von traurigem Ausgang, worin nur erhabene Personen (Götter,Könige, Prinzen, Helden rc.) auftraten.
5. Die Tragödie unterscheidet sich in wesentlichen Stücken vomEpos wie vom Roman.
1. Schopenhauer nennt das Trauerspiel die erhabenste Dichtungsart(III 731), den Gipfel der Dichtkunst sowohl in Hinsicht auf dieGröße der Wirkung, als auch auf die Schwierigkeit der Schöpfung, ja, er be-zeichnet es als die höchste poetische Leistung (II 298. III 480), welchedie innere Bedeutung, das Wesen der Welt weit mehr als selbst die aller-wichtigsten und allergroßariigsten physikalischen Wahrheiten hervortreten läßt(VI 215), welche das schwere Leiden, die Not des Daseins vorführt, wobeidie Nichtigkeit alles menschlichen Strebens das letzte Ergebnis ist (VI 472).
Nach Schiller ist die Tragödie dichterische Nachahmung einer zusammen-hängenden Reihe von Begebenheiten (einer vollständigen Handlung), welche uns