Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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3. Geschichtliche, heroische, politische Tramen. (Beispiele:Schillers Tell, Demetrius rc.; Ponholzers Bonifaz, der Apostel der Deutschen;Bodenstedts Boriß Godunoff; R. Gisekes Ein Bürgermeister von Berlin;P. Heyses Colberg; Raupachs Die Hohenstaufen (10 Dramen) und die Tri-logie Cromwell; Ludw. Wesenfclds Der Fall von Metz; Bärmanns KönigKanut u. a.; besonders aber Shakespeares König Johann, dessen König Hein-rich der Sechste; König Heinrich der Achte; König Richard der Dritte rc.)

4. Bürgerliche Dramen. Man nennt diese Dramen, deren Be-gebenheit dem bürgerlichen Leben entnommen ist, Wohl auch Familiendramen.Dieselben gewähren meist nur einen beschränkten Eindruck, weil die bürgerlichenVerhältnisse nur geringen Einfluß auf das Allgemeine und Große ausübenund auch für die Helden selbst bei den gewagtesten Entschlüssen wenig zu be-fürchten ist. Für diese bürgerlichen Schauspiele ist der Kothurn der Tragödiezu erhaben und der Soccus der Komödie zu hoch.

Beispiele: Goethes Die Geschwister; Gutzkows Herz und Welt, Ottfried;Jfslands Jäger; Kotzebues Familienstücke; Fritz Brentanos Die Weber von Lyonu. s. w.

5. Zeitdramen. Zu diesen dürfen wir auch die Sittenschauspiele unddie socialen Schauspiele rechnen. Beispiele: A. Friedrichs Übersetzung desPariser Sittenschauspiels I>s Demi Nonäs von Dumas Sohn; Die socialeFrage von Gustav von Hoven; Unsere Sklaven von Sacher-Masoch rc.

6. Die Volksschauspiele. Es sind dies jene Dramen, die ihre Figurendem Volksleben entlehnen und mit ihrer Begebenheit im Volke wurzeln. Bei-spiele: Das trefflich gearbeitete Drama Raupachs Der Müller und sein Kind;Mein Leopold von LÄrronge; Der Biberhof von Märzroth; Deborah vonMosenthal; Ein Excommunizierter von.Heinr. Jantsch u. a.

7. Die Ritterschauspiele. Es giebt deren eine höhere und eineniedere Richtung. Die erstere ist vertreten z. B. durch Kleists romantischesKäthchen von Heilbronn (vgl. auch Babos Rittertrauerspiel Otto von Mittelsdach). Letztere Richtung ist eine Zwittergattung und steht der Posse näher alsdem Schauspiel. Seinem ernsten Stoffe und seiner Anlage nach gehört dasniedere Rittcrschauspiel zu den Schauspielen, während ihm seine Ausfühmng,die Mittel der Darstellung und die Wirkung den Charakter der Posse verleihen.Die bekanntesten haben Lauer, Kopal, Pocci, Holbein geschrieben. Zur Cha-rakterisierung genügt die einfache Titel-Wiedergabe: a. Liebe kann Alles,oder: Sie kriegen sich! Pyramidales Ritterschauspiel zu Fuß und zu Pferdemit Gesang, Tanz und Lanzenbrechen in 2 kurzen, angenehmen Aufz. vonK. A. Lauer. b. Kunigunde von Wolfenbüttel, oder: Die Liebe ist dieWurzel alles Übels, oder: Das Tumier zu Pferde. Ein niedlich-romant. Ritter-schauspiel in 1 Aufz. und 2 Verwandlungen. Musik und Gesang von K. A.Lauer. o. Der Ohrenbalsam des Eremiten, oder: Der ungehörte Baterfluch, oder:Des Backenstreiches Fluch und Segen. Ein ritterl. Schauspiel mit Gesang, Tanz,Gefecht und Feuerwerk in 2 Aufz. und 1 Vorspiele von Gust. Kopal. ä. Diestolze Hildegard, oder: Asprian mit dem Zauberspiegel. Großes Ritterschauspiel