Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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licher und Gemeinde im Singen abwechseln) komponiert hat. Beispielsweisezeigt der 38. Psalm in schönster Weise die Einteilung in parallele Halbverse:

^ s Herr, strafe mich nicht in Deinem Zorn,

' j 8. Und züchtige mich nicht in Deinem Grimm.

H j .4. Denn Deine Pfeile stecken in mir,j 8. Und Deine Hand drücket mich u. s. w.

Man vgl. auch die Mendelssohnsche Übersetzung von Psalm 42 u. 43,31:

s.4. Gleich wie lechzet ein Reh nach klarem Quell,s 8. Also lechzet mein Herz nach Dir, o Gott rc.

dann die dreimalige Unterbrechung mit einem Refrain von fünf kurzen Zeilen:

Warum bist Du so beklommen,

Herz! warum so ungestüm?

Verlaß Dich nur aus Gott!

Einstens werd' ich ihm noch danken,

Meinem Retter, meinem Gott!

Einige Psalmen des alten Testaments sind dramatisch, z. B. Psalm 20,118 rc.; andere sind rein episch, z. B. 114 rc.; andere didaktisch; die meistensind tief lyrisch.

Durch die musikalische Komposition der Psalmen wurde von jeher einegroße Wirkung erreicht. Diese Komposition erfolgte in der Regel in Motetten -oder Kantatenform. Man bezeichnete auch das so entstandene Musikstück mitdem Namen Psalm und unterschied nur je nach dem Inhalt: Bitt-, Lob-,Bußpsalmen rc.

Die wirkungsvollsten Psalmen schuf von den Älteren Marcello, von denNeueren Kapellmeister Fr. Schneider in Dessau (P 1853), Mendelssohn-Bartholdy,Liszt u. a. (Von freien Tertbearbeitungen vgl. I 50.)

ß 198. Die Kantate.

1. Kantate (ital. eantats von aantavs) ist dem Wortsinn nach jedesgrößere elegische, religiöse Gesangsstück. Im heutigen, bestimmten Sinnversteht man jedoch darunter eine in Musik gesetzte größere Dichtunglyrischen Charakters, welche Arien, Duette, Recitative, Chöre rc. ent-hält und unter Instrumentalbegleitung zum Vortrag gelaugt.

2. Es giebt neben den kirchlichen Kantaten auch weltliche.

1. In Hinsicht auf Begriffsbestimmung der Kantate herrschte bis zurStunde große Unklarheit. Die einen (z. B. Sulzer in seiner Ästhetik) nennensie ein kleines Musikstück von rührendem Inhalt, die andern (z. B. Zedlerin Halle) ein langes Musikstück, dessen Tert italienisch sei u. s. w. Wiederandere bezeichnen jedes größere religiöse oder elegische Gesangsstück als Kantate,sofern dieses Stück nicht als Motette, Sanktus rc. hinreichend charakterisiert sei.In früherer Zeit nannte man Kantate jedes Werk, das sich nicht direkt an dieWorte der beiden Testamente anlehnte oder seinen Stoff aus denselben ent-