Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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VII
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VII

Bei den von uns gewählten Beispielen leitete uns der pädago-gische Erfahrungssatz, daß der Schüler dasjenige gern erstrebt, wasihm erreichbar erscheint, während ihn allzuhohe Ziele leicht entmutigenkönnen. Wo es sich darum handelte, ästhetisch zu wirken, die Schön-heit der Sprache zu zeigen, Herz und Geist zu erheben und die Phan-tasie zu beleben, da sind die allerbesten klassischen Beispiele gebotenworden; wo es jedoch nur auf nackte korrekte Form ankam, mußtenzuweilen Lösungen eintreten, welche lediglich den Nachweis der Regelergaben und unschwer erkennen ließen, wie leicht der gegebene Stoffzn bearbeiten sei rc.

Zum Schlüsse danken wir noch für die unzähligen Ermutigungenund Auszeichnungen, welche die beiden ersten Bände unserer Poetikseitens kompetenter Richter, seitens unserer namhaftesten Dichter rc.gesunden haben. Für eine der lohnendsten Errungenschaften unseresWerkes erachten wir es aber, daß der uns seitdem befreundet gewordenetreffliche Dichter Dr. Faust Pachter, 1. Kustos der k. k. Hofbibliothekin Wien, bei der Korrektur des vorliegenden Bandes uns in zuvor-kommender Weise seine ergiebige Beihilfe lieh; desgleichen der verdiente. Philologe und Schriftsteller, Gymnasialdirektor Dr. G. Autenrieth,sowie der bekannte Übersetzer Hofrat Dr. E. v. Zoller und anderehervorragende Fachgelehrte.

Möge unser Volk nunmehr auch an diesem dritten und letztenBande der deutschen Poetik freudigen Anteil nehmen, damit unsereseit drei Decennien rastlos geförderte große Arbeit den erstrebten undersehnten wesentlichen Beitrag liefere für endliche Begründung undVollendung einer Wissenschaft der Poetik, für Wertschätzung und Be-wunderung deutscher Poesie, wie für Pflege und Verallgemeinerungdeutschen poetischen Geistes!

Stuttgart, 13. Juli 1883.

Dr. C. Geyer.