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Stand droben am Rand, auf schwindliger Höh', und er knickte mit Zittern
die Rose,
Wo bald er nicht mehr ward fürder gesehn, denn er stürzte hinab in den
Abgrund.
Doch sterbend das Grab ihm schmückte sodann das ersehnte, das herrliche
Röslein.
8. Alexandriner.
Auf hohem Felsen blüht ein Alpenröslein rot;
Ich möcht' es brechen gern, doch wär es mir zum Tod.
Wie bist du, Röslein, doch so zaubrisch anzusehn,
Wirst du nicht mein, so muß vor Sehnsucht ich vergehn.
Dich schau ick immerfort, du bist mein bestes Gut,
Dich muß ich brechen bald, mag fließen auch mein Blut.
Ich heft' ans Mieder dich der Herzgeliebten mein.
Hat sie nur Freude dran, wird's Lohn genug mir sein. —
In kühnem Wagnis steigt er auf zur FelsenwandUnd knickt die Rose schon mit banggestreckter Hand.
Doch kehrt er nicht zurück, er stürzet tief hinab,
Das Alpenröslein nur schmückt sterbend ihm das Grab.
9. Hinkejamben.
An hohen Felsen blühet rot das Alpröslein,
Gern würd' ich's brechen, doch dies bringt den Tod sicher.
Du bist, o Röslein, anzusehen ganz zaubrisch;
Nach dir vor heißer Sehnsucht fast vergehn muß ich.
Seit ich dich schaue bist du mein Begehr einzig,
Dich muß ich brechen, ob es auch mein Blut kostet.
Ans Mieder meiner Liebsten will ich dich heften;
Hat sie nur Freud' an dir, ist mir's genug lohnend. —
Waghalsig steigt er auf an steilen FelswändenUnd knickt die Rose droben mit der Hand glücklich;
Doch kehrt er nickt zurück mehr, sondern stürzt abwärts,
Und nur sein Grab noch schmücket sterbend Alpröslein.
10. Hendekasyllabus.
Hoch am Felsen erblüht das rote Röslein,
Doch zu brechen es, ist zum Tod gefährlich.
Röslein, zauberisch blühest du da droben,
Daß mein Sehnen nach dir mich fast vergehn macht.
Immer schau' ich dich an mit süßem Streben;
Brechen muß ich dich noch, ob auch mein Blut fließt.
Schön am Mieder der Liebsten sollst du prangen;
Wenn sie deiner sich freut, ist's Lohn genug mir. —