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Dein Anblick hat mir Herz und Sinn bezaubert ganz,So daß um dich die Thränen fließen, Röslein rot.
Dich schau' ich an, dich will ich wahrlich brechen noch.Müßt ich mein Blut um dich vergießen, Röslein rot!Ich hefte dich ans Mieder dann der Liebsten mein;
Das wird sie sicher nicht verdrießen, Röslein rot. —Kühn steigt er auf zur hohen, steilen Felsenwand,
Und kann mit Fingern schon umschließen Röslein rot.Doch kommt er nicht zurück mehr, sondern stürzt hinab;Den Toten schmückt in Steinverließen Röslein rot.
15. Sonett.
Ein Röslein blüht an Felsen rot hoch oben.
Was kann nach dir die Sehnsucht denn mir frommen?Dein Anblick macht das Herz mir ganz beklommen,
Und all mein Denken ist zu dir gehoben.
Um dich nur möcht ich meine Kraft erproben,
Und gält's mein Blut, zu dir noch muß ich kommen.Zum Schmuck der Liebsten sei'st du kühn genommen;Wenn dein Besitz sie sreut, wird sie mich loben. —Schon klimmt er auf zur Höh' mit kühnem Wagen,
Um das ersehnte Röslein dort zu pflücken;
Schon faßt er es mit bangem Wohlbehagen.
Doch heimzukehren wollt' ihm nicht mehr glücken, —
Er wankt und stürzt und liegt im Grund zerschlagen,Und nur das Röslein darf das Grab ihm schmücken.
16. Oktaven.
Ein Röslein blüht am Felsen rot hoch oben.
Was kann nach dir die Sehnsucht denn mir frommen?All meine Sinne sind zu dir erhoben,
Dein Anblick macht das Herz mir ganz beklommen.
Um dich noch möcht' ich meine Kraft erproben,
Und gilt's mein Blut, zu dir noch muß ich kommen.Zum Schmuck der Liebsten, will ich her dich bringen;Sie wird mich loben, wenn eS wird gelingen. -—Schon klimmt er auf zur Höh' mit kühnem Wagen,
Um das ersehnte Röslein dort zu pflücken,
Wo ringsumher nur Felsenwände ragen;
Man sieht ihn steigend immer höher rücken.
Schon greift er zu mir bangem Wohlbehagen;
Doch heimzukehren will ihm nicht mehr glücken.
Er wankt und stürzt, und liegt im Grund als Leiche;Das Röslein schmiegt sich ans Gesicht, ans bleiche.