Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Und wenn ich statt der heitern RundgesängeDir in dein Fest nur Trauertöne menge,

Wirst du mir dann, mein Freund, dies auch verzechn?

Sieh, Witz und Laune kann ich dir nicht bringen,

Zwar hallt die Saite, und ich werde singen,

Doch soll's ein Abschiedslied dem Freunde sein.

Nicht vorwärts schau ich auf den Weg zum Ziele,

Den du dir wählst; mir bangt, daß zum GewühleDer großen Welt du wendest deinen Lauf;

Nein, mahnend dich an die entfloh'nen Stunden,

Die mich auf immer an dein Herz gebunden.

Deck ich der Vorzeit heil'gen Schleier auf.

Und sieh, da stehn die freundlichen Gestalten! —

Sie nahen dir, nicht dich zurückzuhalten,

Nur grüßen wollen sie dich noch einmal:

Da stehn sie alle, die schon heimgegangen,

Da steht des Herzens heißeres Verlangen,

Da steht der Seele hohes Ideal.

Da stehn die Geister der vergangnen Tage,

Und alle wagten gern an dich die Frage:

„Was treibt dich denn aus unsrer Mitte fort?

Wie konnte denn dein Herz die Kühnheit fassen.

So vieles Teure hier zurückzulassen,

Und welches Glück erwartet dich nun dort?"

So möchte auch mein liebend Herz dich fragen.

Du aber sollst mir nicht die Antwort sagen,

Nur lesen will ich sie in deinem Blick.

Doch so im Bruder- und im Freundeskreise,

Bei treuer Liebe und bei deutscher Weise,

So kehrt dir dieser Tag doch nie zurück.

Und einst vielleicht, des Glanz- und Kampfes müde,

Suchst du am stillern Abend wieder Friede,

Und hast du danit dir unsre Flur erwählt.

Dann findest du dies Herz auch noch im Greise,

Der still und fröhlich in der Seinen KreiseDen Kindeskindern noch von dir erzählt.

Ausgabe 2. Widmungsgedicht zum Feste einer goldenen Hochzeit.

1. Disposition. Das Gedicht soll folgende Gedanken ausführen: Schönwar euer Vermählungstag, schön war auch euer Silberfest, am schönsten istder goldne Hochzeitstag.

2. Diese Gedanken können also entwickelt werden: