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Drum bringe» die Musen am heutigen FesteDas Beste
Und Schönste dem Meister zur Huldigung dar;
Sie winden aus Blumen in ewigem LenzeDir Kränze
Unsterblichen Ruhmes und Glanzes ins Haar.
8 64. Dithyrambus.
Aufgabe. Hochzeitsgedicht.
1. Disposition. Das Gedicht soll folgende Gedanken ausführen: Laßtuns mit dem Becher anstoßen, laßt uns küssen und lieben, laßt uns Kränzewinden. Liebe ist die Quelle aller Güter und Wonnen; sie läßt sich nicht be-singen, nur Brust an Brust empfinden.
2. Der Stoff mag folgende Skizzierung erhalten:
Stoff. Laßt uns anstoßen; laßt uns leben und singen; laßt unsin gehobenen Gefühlen nach dem Höchsten ringen; laßt uns lieben;Liebe ist Leben, Leben ist Gesang. ! Laßt uns Kränze weben undzerreißen ohne Falsch und Heuchelei, mit froher, frommer Gesinnung.Die Liebe ist ein Gebet, ja, sie ist die Erhörung. H Aus dem reichenLiebesbronnen quellen Blumen, Sterne, Güter und Wonnen. KeinSänger vermag die Liebe zu besingen; sie läßt sich nur fühlen. H
3. Der elegische Stoff verträgt trvchäischen Rhythmus, doch würde ihn auchder lebendig verbindende jambische Rhythmus gut kleiden.
4. Die drei Gruppen, in welche der Stoff zerfällt, lassen sich in 3 Strophenvon je 8 Verszeilen einteilen.
5. Die kurzen rhythmischen Reihen reichen zur Ausfüllung von Vier-taktern aus, die durch das Reimband zu verbinden sind.
6. Das Reimschema ist: g, a. a, 1> o c o k. Der K-Reim verhindert dasAuseinanderfallen der Strophe in zwei Vierzeilen.
Lösung. Von Ad. v. Chamisso.
Laßt uns mit den Bechern klingen,Laßt uns lieben, leben, singenUnd in Dithyramben ringenFreudig um den ersten Rang!
Laßt uns holde Kränze weben,Küsse nehmen, Küsse geben,
Ist die Liebe ja das Leben,
Ist das Leben doch Gesang!
Kränze weben und zerreißen.
Wie die Götter es uns heißen.Sonder Arg und sonder Gleißen:Sind wir froh doch, fromm und gut!Ein Gebet ist ja das Lieben,
Ist Erhörung auch von drüben —Laßt uns singen, leben, lieben,Glühen uns in Heilger Glut!