Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
213
JPEG-Download
 

213

Wortsinn angemessene Tropen einwebte und schließlich farbenvolle Reime anStelle der eintönigen, banalen setzte. Es entstand folgendes Bild:

2. Herstellung der Lesbarkeit durch Freiligrath.

1. Doch Mädchen, komm! der West erglomm!

huscht

2. Vorüber (wippt) die Schwalbe.

Der Himmel (wre glüht) die Flur rm Tau.

3. (Die Lust ist) blau, (und frisch) die Au

O sieh, wie glüht

4. (Die farbige,) die salbe!

durchs Feld! sieh ruhn die Welt,

5. O komm (hinan,) (die laubge Bahn!)

Die glückliche, die stille!

6. (Hinan mit heißen Wangen!)

Und dort , o sieh den Dorn

7. (Empor) durchs Korn (zum Hagedorn;)

In seiner Scharlachfülle.

8. (Und steh mit Frucht ihn prangen.)

Z. Reinschrift. Vollendung der Übersetzung durch Freiligrath,

Doch Mädchen, komm! der West verglomm;

Vorüber huscht die Schwalbe.

Der Himmel blau, die Flur im Tau!

O sieh, wie glüht die falbe!

O komm, durchs Feld! sieh ruhn die Welt,

Die glückliche, die stille!

Und dort durchs Korn, o sieh den DornIn seiner Scharlachfülle!

Schlußkritik. Der aufmerksamen Vergleichung treten folgende Thätig-keiten bei Übersetzung dieser Strophe entgegen:

a. Vertauschung des Provinzialismus wippt gegen das onomato-poetische huscht;

b. Anwendung bezeichnender Bilder durch Ergänzung der Luft mitHimmel, wodurch ein freundlicher Gegensatz zur Au oder Flurentsteht;

c. Tilgung des Widerspruchs von farbig und falb, und Umguß vonZeile 3 und 4 in ein einheitliches Bild;

ck. Klärung des Ausdrucks „laubge Bahn" und Beseitigung derWiederholungen: O komm hinan, hinan mit heißen Wangen,empor durchs Korn rc.

e. Herstellung eines den künstlerischen Anforderungen ent-sprechenden Reims.