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hat die Playfrage die Zwangsjacke angelegt, aber wie ich denke ohneseine Existenz ernstlich zu gefährden. Die litterarischen Rechts-verhältnisse boten ohnehin nicht viel Neues, und unter den lit-terarischen Vereinen und Stiftungen war auch oft weniger:mehr. Ich will nicht sagen, daß nicht auch noch heute manches Vereins-nnkrautlein zwischen dem guten Warzen einer Konkordia, Berliner Presseu. s. w. auszurotten wäre, aber in der Vereinsmeiereiversteht der Deutsche,auch der schriststellernde, keinen Spaß. Zum Mitglied eines Vereins kann esJeder bringen, und das ist doch etwas, und dann zum „Präsidenten" amOrt des „Zentralstes" mit der „Generalkafse" rc.! Ich bewabre unterden Kalenderkuriositäten die „offizielle" Zuschrift eines solchen „Präsi-denten", der mit eckiger Handschrift höchstselbst den Sekretär imitierte,und unten schwungvoll mit andersfarbiger Tinte feinen Namen zeich-nete. — Der historische Rückblick beschränkt sich aus Nekro lo gie, Fest e,Jubiläen, Ernennungen, Auszeichnungen und Statistik.Denkmäler sind mir nicht bekannt geworden, und Preisausschreibenkommen meist verspätet, abgesehen davon, daß bei der Mehrzahl der-selben über das schließliche Resultat nichts in die Oesfentlichkeit dringt.
Die Hauptsache, der Mittelpunkt des Kalenders wird immer dasVerzeichnis der Autoren bleiben, und ich habe den guten Willen, alleswas da litterarisch kreucht und fleucht einzufangen und in meinerSammlung für Mit- und Nachwelt dingfest zu machen. Aber dazu, wiezu manchen Neuerungen, worunter ich die rechne, die Autoren und Ver-leger auch nach Fächern aufzuführen, gehört Platz und wieder Platz undnochmals Platz, und Platz kostet Geld und wieder Geld und nochmals Geld.Es könnte daher wohl kommen, daß sich der Verlag bei weiterer Vermeh-rung des Stoffs und um auch der Vibliogravhie ihr Recht zu lassen, einenkleinen Aufschlag gestatten müßte, der aber hoffentlich keinen Freund deslitterarischen Hofkalenders verscheucht. Da das Verzeichnis der Autorenca. 42000 Namen umiaßt, liefern wir 24 Stück, sortiert Männlein undWeiblein, für nur einen Pfennig, und geben Verleger und Agenten,Zeitungen und Theater, Vereine und Gesetze, Tote und Dekorierte gratisnoch obendrein. Mehr kann man doch gewiß nicht verlangen.
Zum Schluß habe ich folgenden Herren meinen besten Dank fürBereicherung des Kalenders auszusprechen, von denen namentlich HerrDr. H. Löwner Hunderte von Biographien und Bibliographien bei-gesteuert hat: Basedow, E. Bayer, A. Hammerau, I. Iedrszewcki,Heinr. Klenz, Frieda v. Krag, Langkavel, H. Löwner, Franz Meister,Äd. Miesler, Rob. Mufiol, Max Oberbreyer, Wilh. Nessel, Karl Ruß,C. A. Schneider, Ed. Schrank«, I. Schreyer, C. T. Sievers, G. Stier,Herm. Thom, Bruno Wolff-Beckh.
Das Gleiche gilt den Einsendern von Büchern, Photographien undAlbumblättern, und den Spendern von Zeitungen. Alles hat dankbareAusnahme gefunden.
Stuttgart, Anf. Januar 1887.
Pros. Joseph Kürschner.