2Z5
ten Zuschauer dabey abgeben könnte; denn, sagteich, eö ist schon lange, daß ich so etwas übernatür-liches mit meinen eigenen Augen sehen möchte« Oder,wenn du selbst ein wenig hexen kannst, so thue mirden Gefallen, meine Liebe, und mache auf der Stel-le , daß sich etwas vor meinen Augen in waS an-ders zu verwandeln scheine. Denn ich bilde mir ein,auch Du müssest etwas von dieser Kunst verstehen;nicht als ob dich jemand bey mir verrathen hatte;ich schließe es bloß aus der Wirkung, die du aufmeine eigne Seele gemacht hast. Denn daß du Mich,der in seinem Leben kein Frauenzimmer mit verlieb-ten Augen ansah, mich, den sie nur den Diaman-tenen zu nennen pflegten, so schnell zu überwälti-gen, und zu fesseln, und in Einer Nacht so weichund geschmeidig zu machen gewußt hast, das kannnicht mit rechten Dingen zugehen; da muß Zaube-rey dahinter stecken.Narrchen! versetzte Palastralachend; als ob irgend eine Zauberformel kräftiggenug seyn könnte, Amorn etwas anzuhaben, derselbst ein Tausendkünstler, und der größte aller Zau-berer ist ? Aber aufrichtig und Scherz bey Seite,mein Allerliebster, ich weiß nicht ein Wort von sol-chen Dingen, ich schwöre dirs bey deinem Leben,und bey diesem glücklichen Ruhebettchen! denn ichhabe weder Lesen noch Schreiben gelernt, und mei-ne Frau ist viel zu eifersüchtig auf ihre Kunst,als daß sie mir etwas davon hätte mittheilen sol-len. Aber sobald ich eine Gelegenheit dazu finde,will ich versuchen, ob ich sie dir zu sehen gebenkann, wenn sie sich verwandelt. — Nach diesem Ge-spräche schlummerten wir unvermerkt ein.