i6 Geistliche Oden oder Lieder.
Dem Himmel hat noch größre SchätzeUnd Wollust sonder Eitelkeit,
Die die Erlösung vom GesetzeDem Glauben schon in Hoffnung beut:
O unaussprechlicher GenußVon Freuden und von Überfluß!
Doch zeigt der Himmel und die ErdöMir keine Lust so reitzend an,
Als wenn ich dir vereinigt werde,
Und deiner Huld gemessen kan:
Weil da, wo du, o GOre, nicht bist,
Der Himmel selbst kein Himmel ist.
Verstoß mich, wenn du willst, zur Hollen,
Die Liebe, so mich dir vermahlt,
Versüßt des Feuers Schmertzens,Quellen,Das bloß den bösen Willen quält;,Erlaubst du mir dein Angesicht,
So fühl ich die Verdammniß nicht.
Der Rache Blihffchlägt ins Gewissen,
Die Sünden überdecken mich,
Die Seele schreyt von stummen BissenUnd kämpfst bald für, bald wider sich:
Der Mund verdorrt, die Zunge klebt,
Weil Marck und Bein vor Schrecken bebt.
Diß nennt ein Welt-Kind Höllen-Schmertzen,Ich aber nenn' es Seligkeit;
Denn du, o HErr! gewährst dem HertzenDie zärtlichste Gelassenheit,
Und wirffst der innerlichen RuhDurch Quaal und Trost viel Nachdruck zu.
Vom Glücke werd ich nur vergebensMit Lust gelockt, mit Zorn erschreckt:
Denn wer die Kräffre jenes Lebens,
Wie.ich, in deiner Liebe schmeckt;
Der