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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Geistliche Oden ö der Lieder.X.

Auf den XIV. Sonntag nach Trinit.

' Epistel Onl. V, v, *6. sqq.

Text.

Geiste muß der Wandel seyn,

Des Fleisches Lust zu meiden;

- Denn was dem Fleische wohl gefallt,

Das kan der Geist nicht leihen:

Die beyde streiten allemahl, .

Drum brecht den eignen Willen;

Der aber, den der Geist regiert,

Darff kein Gesetz erfüllen« '

, Des Fleisches Merck ist offenbahr;> Zanck, Zwietracht, Neid und Hassen,Zorn, Ehbruch, Unzucht, Kehrrey,Mord, Trunckenheit und Prassen;Und was noch mehr der Laster sind,Wovon ihr längst vernommen,

, Daß die, so solche Dinge thun,

In GOrres Reich nicht kymmen.

Des Geistes Früchte sind GeduldNebst Friede, Lieb' und Güte,

Ein freundlich, freudig, Sanfftmuths- vollUnd rein und keusch Gemüthe.

Auf diese donnert kein Gesetz;

Die Christus Namen kragen,

Bemühn sich Fleisch und böse LustMit ihm aus Creutz zu schlagen,

Lehre.

Der äusserliche GOtteS-Dienst,

Wozu wir uns bekennen,

Ist in der That noch nicht genung,

Daß wir uns Christen nennen.

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