Geistliche Oden oder Lieder. 41
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XIX,
Am XV. Sonntage nach Trinitatis.
Epistel Ga!.V,v,D 5 . 26 , Utld GalVI, v.i.soq.
Text.
Ge ste find und leben wir,
Im G-ste laßt uns wandeln,
Nicht aber eitles Hochmuths vollMit Haß und Mißgunst handeln;
Ja, sieben Bruder! fehlt ein Mensch,
So zeiget eur Geschlechte
Und helfft ihm, weil ihr geistlich seyd,
Mit Sanffrmuth stets zu rechte!
Habt allzeit Achtung auf euch selbst,Man möcht euch sonst versuchen,
Tragt einer auch des andern Last,
Wie Christus, ohne Fluchen;
Wer Stoltz und Eigen-tziebe nährt,Und diesen Dünckel spüret,
Er sey etwas und ist doch nichts,
Der wird durch sich verführet.
Ein jeder prüffe bloß fein WerckNach Zustand, Zeit und Würde,
So bleibt auch ihm allein der Ruhm,Wie jedem seine Bürde;
Wer durch das Wort Zelehrer wird,Der soll auch danckbar leben,
Und diesem, der ihn unterricht,
Von allen Güchern geben.
Irrt nicht, GOre duldet keinen Spott,
Wie Bethels Knahen lernten;
Denn was der Mensch allhier gesät,
Das wird er einmahl erndten.
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