Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Geistliche Oden oder Lieder. _

O HErr! das ist dein Gnaden-Quell,

Denn dadurch weiß ich vor die SündenEin Bad der Reinigung zu finden,

Und auf dergleichen Guß wird Glück und Himmel hell.

Ich dancke dir vor meine ZährenUnd vor der Seelen Angst und Leid,

Ihr Ernst entdecket mein Bekehren-Und wircket mir zur Seligkeit.

Verschonen war die größte Straffe;

Ich hätte bey dem Laster-SchlaffeGewiß den letzten Tod erlebt,

Die Noth erscheint zur rechten Stunde,

So wie ein Acht durch Blut und WundeDie äusserste Gefahr mit kleinen Schmertzen hebt.

Von nun an soll auch Ernst und BusseAn guten Wercken fruchtbar seyn;

HErr! gönne dem erlößten FusseNoch weiter Wort und Weg und Schein,

Stehst du nicht überall zur Seiten,

So muß er augenblicklich gleiten.

Wir wandeln zwischen Netz'und List;

Ich weiß, du wirst in allen SachenAuch vor mein endlich Wohlseyn wachen,

Dieweil du darum GDcr und unser Qarer bist.

XXXIV.

Um Beständigkeit.

OJebster Heyland! vencke doch,

& Satan kommt mit neuen Stricken;

Erstlich suchte mich sein JochDurch die Wollust zu berücken,

Da die List nichts richten kan,

Setzt er mit Verzweiflung an.